Teekanne GmbH: Packungsgröße

Krise im Teehäferl

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Konsument 2/2009 veröffentlicht: 17.07.2009

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"Hinter den Vorhang" schicken wir Unternehmen, die nicht sehr entgegenkommend waren oder nur wenig Kulanz zeigten - in diesem Fall geht es um die Reduzierung der Packungsgröße (bei gleichbleibenden Preis) von Teekanne.

Statt 50 nur mehr 40 Beutel in der Packung

Als „Vielteetrinker“ habe ich neben zahlreichen anderen Sorten auch Teefix immer im Küchenregal. Bei meinem letzten Kauf diese Woche musste ich zu meiner großen Verwunderung feststellen, dass man das Layout der Packung etwas verändert hat. Erst beim zweiten Blick habe ich bemerkt, dass gleichzeitig die Inhaltsmenge bei gleichbleibendem Preis verändert wurde!

Haben bei Billa 50 Beutel 2,99 € und bei Penny 2,89 € gekostet, gibt es jetzt für den gleichen Preis nur mehr 40 Beutel, was einem Minus von 20 Prozent entspricht. Um das Täuschungsmanöver für den Kunden perfekt zu machen, hat man die Größe der Packung unverändert gelassen, was heißt, dass es sicher nicht jedem Konsumenten bewusst wird, wie er über den Tisch gezogen wird.

Birgitta Gast
Neusiedl am See

Teekanne GmbH gab dazu folgende Stellungnahme ab:

Es ist richtig, dass der „Teefix“ nun weniger Beutel als früher beinhaltet und dies zum gleichen Preis. Auslöser für diese Maßnahme war ein enormer Anstieg der Rohstoffpreise von durchschnittlich über 30 % über den gesamten Teebereich, bei einigen Rohstoffen stiegen die Preise sogar um über 100 %.

Verantwortlich dafür ist vor allem der rasant voranschreitende Anbau von Nutzpflanzen für die Energiegewinnung, wodurch erstmals eine nachhaltige Versorgungskrise in der Teebranche ausgelöst wurde. Immer mehr traditionelle Ackerflächen für Lebensmittel werden durch den Energiepflanzenanbau verdrängt. Schlechte Ernten (Klimawandel), die starke Entwicklung sowie steigender Energiebedarf in den teeproduzierenden Ländern (Indien, China), die zunehmende Landflucht in den wichtigsten Erntegebieten sowie politische Unruhen verstärken diesen Engpass. Solche extremen Kostensteigerungen können natürlich unmöglich durch Preiserhöhungen kompensiert werden. Wir haben daher zuerst alle internen Möglichkeiten der Kostenoptimierung genutzt, um zumindest einen kleinen Teil der entstandenen Mehrkosten abzufangen.

Die Harmonisierung des Produktionsprozesses und die Reduktion der unterschiedlichen Packungsgrößen bei einem Teil unserer Produkte brachte uns diesem Ziel einen kleinen Schritt näher. Den überwiegenden Teil der Mehrkosten trägt jedoch unser Unternehmen.

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