Tipps non stop

Konsument 11/1999

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Konsument 11/1999 veröffentlicht: 01.11.1999

Inhalt

 

Konsumentenrecht

Fax-Werbung

Kürzlich wurde ich mitten in der Nacht durch ein Werbefax geweckt. Ist so etwas erlaubt? Wie kann ich mich dagegen wehren?

Dr. Peter
Kolba

Unverlangte Faxwerbung ist verboten. Das hat der Oberste Gerichtshof schon in mehreren Entscheidungen festgestellt. Das Telekommunikationsgesetz sieht hier Verwaltungsstrafen bis zu 500.000 Schilling vor. Sie sollten eine Anzeige bei der Fernmeldebehörde erstatten. Zuständig sind die Fernmeldebüros in Wien (für Wien, Niederösterreich, Burgenland), Linz (für Oberösterreich und Salzburg) Innsbruck (für Tirol und Vorarlberg) und Graz (für Steiermark und Kärnten). Außerdem ist die Arbeiterkammer ermächtigt, dagegen nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb vorzugehen. Daher ist es sinnvoll, die Bundesarbeitskammer (1040 Wien, Prinz-Eugen-Straße 20–22) von diesem Vorfall zu informieren. Sie wird die Sachlage prüfen und eine Klage einbringen, wenn ein Gesetzesverstoß vorliegt.

Audio

Compact Discs

Auf CDs liest man die Be- zeichnungen DDD, ADD oder AAD. Was bedeutet das?

Ing. Peter
Gradauer

Diese Buchstabenkombina- tionen beschreiben, ob bei der CD die Aufnahme, die Abmischung (Mastering) und die Speicherung analog (A) oder digital (D) erfolgt sind. Daher muß der letzte Buchstabe immer ein D sein. Denn bei einer CD handelt sich grundsätzlich immer um eine Digitalaufzeichnung. Allerdings sagen diese Bezeichnungen nichts über die Qualität. Denn der Klang wird auch durch andere Faktoren beeinflusst, zum Beispiel die Aufnahmemikrophone. Gerade viele Billigproduktionen tragen oft die Bezeichnung DDD, sind also in allen Phasen digital bearbeitet, überzeugen aber dennoch keineswegs durch ihre Brillanz. Diese Klassifizierung ist nicht genormt und daher auch nicht vor Missbrauch geschützt.

Umwelt

Grabschmuck mit Umweltzeichen

Was bedeutet das Umweltzeichen auf Kränzen und anderem Friedhofsschmuck ?

Dipl.-Ing.
Christian
Kornherr

Es ist das Zei- chen dafür, dass hier die Entsorgung unproblematisch ist und dadurch der Abfallberg verringert wird. Kränze, Buketts und sonstiger Grabschmuck bestehen zum Großteil aus Blumen und Pflanzenteilen, die auf natürliche Weise verrotten. Leider sind in herkömmlichem Grabschmuck viele Materialien enthalten, die nicht verrotten, wie Kunststoffbänder, Styropor, Steckschaum, Kunstblumen, Metallfolien und anderes mehr. Daher können diese Kränze und Buketts nicht vollständig kompostiert werden. Die aufwendige, zum Teil händische Trennung ist notwendig, viele Bestandteile müssen als Restmüll entsorgt werden. Grabschmuck mit dem Österreichischem Umweltzeichen lässt sich problemlos kompostieren. Auskunft, welche Gärtner und Floristen diesen umweltfreundlichen Blumenschmuck führen, erhalten Sie bei der Österreichischen Genossenschaft des Landwirtschaftlichen Erwerbsgartenbaues, Draschestraße 13–19, 1232 Wien, Tel. 01/61025. Auch Hobby-Blumenbinder können dort umweltfreundliches Material für ihre Gestecke und Arrangements beziehen. Das Müll-Problem auf Friedhöfen ist übrigens beachtlich: Allein in Wien fallen hier jedes Jahr 70.000 Kubikmeter Müll an!

Haushalt

Microfaser-Putztücher

Mit Putztüchern aus Micro- faser lässt sich angeblich der Einsatz von Reinigungsmitteln im Haushalt stark verringern. Was halten Sie davon?

Ing. Herbert
Sedy

Allzu hohe Er- wartungen sollten Sie an diese angeblichen Wundertücher nicht stellen. Feucht abwischen, Tuch in klarem Wasser reinigen, einfach trocknen lassen – so propagieren es zwar manche Hersteller, in der Praxis ist das aber nicht zweckmäßig. Besonders in Küche und Bad könnte auf diese Art schnell der hygienische Notstand ausbrechen. Putzlappen sind eine ideale Brutstätte für Mikroben aller Art, auch Krankheitserreger. Die können durch unsaubere Lappen auch auf Besteck oder Essgeschirr übertragen werden. Infektionen sind also nicht ausgeschlossen. Daher müssen diese Reinigungstücher penibel saubergehalten werden, am besten in der Waschmaschine. Dabei kommt aber wiederum die verpönte „Chemie“ zum Einsatz, die man mit den Tüchern eigentlich verhindern will. Unproblematisch ist der Einsatz von Microfaser-Putzhilfen beim Fensterputzen und Bodenaufwischen. Aber dafür genügen auch herkömmliche Reinigungstücher. Billig sind Microfasertücher nämlich nicht. Man sollte sie auch nicht im Direktvertrieb („Putzpartys“) kaufen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier in der Regel für Konsumenten ungünstig. Außerdem sind zahlreiche Werbeaussagen unrichtig oder sachlich nicht nachvollziehbar.

Wohnrecht

Kündigung des Hausverwalters

Unsere Wohnungseigentümergemeinschaft war mit dem Hausverwalter unzufrieden und hat ihn gekündigt. Er fordert nun eine Kündigungsgebühr in Höhe von drei Monaten Verwaltungshonorar. Darf er das?

Veronika
Schmidt

Diese Kündigungsgebühr ist nur dann zulässig, wenn diese Vereinbarung schon im Verwaltervertrag festgelegt wurde. Sie sollten daher den Vertrag prüfen, ob eine solche Vereinbarung enthalten ist. Fehlt diese Vereinbarung oder gibt es überhaupt keinen Verwaltungsvertrag, dann ist die Einhebung dieses Honorars nicht statthaft. Die Wohnungseigentümergemeinschaft könnte das Geld auf dem Klagsweg zurückverlangen. Die Bundesinnung der Immobilienmakler und Vermögenstreuhänder hat zwar empfohlen, dass der Verwalter ein Honorar von einem Viertel des Jahreshonorars verlangen könne, wenn er gekündigt wird. Diese Empfehlung hat jedoch keinerlei rechtliche Verbindlichkeit.

 



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