Eisvogel Fischspieß frisch

Nicht ganz frisch

Seite 1 von 2

Nächsten Inhalt anzeigen
veröffentlicht: 30.12.2014

Inhalt

   Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: ein Fischspieß, der als „frisch“ verkauft wird, aber auch aus aufgetauten Fischstücken besteht.

 

Das steht drauf: Eisvogel Fischspieß frisch

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Eine Packung Fischspieß von Eisvogel. „Fischspieß frisch“ steht in Großbuchstaben auf dem Etikett. Lachsforelle aus Aquakultur Italien, Pangasius aus Aquakultur Vietnam, heißt es in etwas kleinerer Schrift weiter. Und: unter Schutzatmosphäre verpackt.

Fangfrisch tiefgekühlt und wieder aufgetaut

Danach folgen in wesentlich kleinerer Schrift die Zutatenliste und Hygienehinweise. Wer sich die Mühe macht, auch dieses Kleingedruckte zu lesen, wird ins Staunen geraten. Denn das Pangasiusfilet, das für die Herstellung des Fischspießes verwendet wird, wurde laut Zutatenliste „im Ursprung fangfrisch tiefgekühlt, in Österreich aufgetaut“.

Gesetzliche Vorgaben erfüllt ...

Rechtlich ist der Fischspieß korrekt deklariert. Fisch, der tiefgefroren transportiert bzw. gelagert und vor dem Verkauf wieder aufgetaut wurde, ist mit dem Hinweis „aufgetaut“ zu kennzeichnen. Diese Regelung gilt auch für Fischfilets. Eisvogel hat damit die gesetzlichen Vorgaben bei der Deklaration seines Fischspießes erfüllt.

... aber nur im Kleingedruckten zu finden

Konsumenten erwarten aber, dass ein als „frisch“ ausgelobter Fischspieß komplett aus frischen Zutaten zusammengestellt ist. Werden auch tiefgekühlte und wieder aufgetaute Fischfilets verwendet, sollte das auf dem Etikett gleich auf den ersten Blick zu erkennen sein und nicht erst im Kleingedruckten stehen!

Kennzeichnungspflicht für aufgetaute Lebensmittel

Wenn Fisch oder Fleisch wieder aufgetaut in den Verkauf gelangte, mussten Konsumenten, von einigen Ausnahmen abgesehen, darüber informiert werden. Mitte Dezember tritt die neue Lebensmittelinformationsverordnung in Kraft. Sie sieht vor, dass nicht nur Fisch und Fleisch, sondern alle verpackten Lebensmittel, die aufgetaut verkauft werden, mit dem Hinweis „aufgetaut“ zu kennzeichnen sind.

Ausnahmen vorgesehen

Wurden aufgetaute Zutaten zur Herstellung eines Fertiggerichts verwendet, kann der Hinweis „aufgetaut“ entfallen. Auch Lebensmittel, bei denen das Einfrieren ein technologisch notwendiger Schritt im Herstellungsprozess ist (Räucherlachs kann z.B. so besser aufgeschnitten werden), oder bei denen das Auftauen keine negativen Auswirkungen auf die Sicherheit oder Qualität (Geschmack, äußere Beschaffenheit) des Produkts nach sich zieht, müssen nicht als „aufgetaut“ deklariert werden.


Lesen Sie auch:

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
4 Stimmen
Weiterlesen
Bild: Lebensmittel-Check auf Facebook - Jetzt Fan werden!