Hipp Kindermilch Combiotik

Unnötig

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veröffentlicht: 30.12.2013

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  Was Konsumenten alles zugemutet wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Instant-Kindermilch, die auf der Packung damit angibt, „gesünder als Kuhmilch“ zu sein. Eine ausgewogene Kost lässt sich allerdings ohne Weiteres auch ohne dieses Produkt zusammenstellen.  

Das steht drauf: Hipp Kindermilch Combiotik® ab 12. Monat

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Das Angebot an Getränken auf Milchbasis für Kleinkinder („Kindermilch“) hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Eines davon ist Hipp Kindermilch Combiotik ab dem 12. Monat. Geht es nach dem Verpackungstext, ist diese Kindermilch herkömmlicher Kuhmilch eindeutig überlegen und für eine ausgewogene Ernährung unabdingbar. Auf der Verpackung steht u.a. „für ein gesundes Wachstum“, „gesünder als Kuhmilch“, und „Kinder haben ab dem 12. Monat einen besonderen Ernährungsbedarf ... In normaler Kuhmilch ist jedoch der Anteil an Eisen, Jod, Zink und wichtigen Vitaminen sehr gering … Im Vergleich zu herkömmlicher Kuhmilch ist außerdem der Eiweißgehalt in Hipp Kindermilch Combiotik deutlich reduziert, wodurch sie einen wichtigen Beitrag zur altersgerechten Ernährung Ihres Kindes leistet“.

Nutzen umstritten

Ob solche Milchgetränke zur Deckung des Nährstoffbedarfs von Kleinkindern nötig sind, ist allerdings umstritten. Und: Anders als für Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung gibt es in der EU für die Rezepturen von Kleinkinder-Produkten bislang überhaupt keine spezifischen Regelungen. Die Kommission überdenkt derzeit die Empfehlung von Sonderbestimmungen in künftigen Rechtsvorschriften.

Laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) decken Kindermilchprodukte mit der Auslobung „für die Wachstumsphase“ den Nährstoffbedarf von Kleinkindern in der Europäischen Union nicht besser als andere Lebensmittel, die Kinder dieses Alters üblicherweise verspeisen. Die Sachverständigen der EFSA konnten keine „besondere Rolle“ von Kindermilcherzeugnissen für die Ernährung von 1- bis 3-jährigen Kindern feststellen. 

Unser Fazit: Kinder brauchen keine „speziellen“ Produkte (wie in der Werbung oft behauptet), sondern eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung und ausreichend Bewegung. Angereicherte Lebensmittel, einschließlich spezieller Kleinkindnahrung, sind zwar eine Möglichkeit, die Nährstoffzufuhr zu erhöhen, im Prinzip aber unnötig. Wenn man beim Zubereiten der Mahlzeiten mit berücksichtigt, was den Kleinen schmeckt, brauchen sie keine Extrawürste.

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