Ildefonso Nougat-Konfekt 150 g

Schäm dich, Don Alonso!

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KONSUMENT 8/2011 veröffentlicht: 19.07.2011

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   Was Konsumenten alles zugemutet wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Eine ziemlich große Schachtel mit ziemlich wenig Nougat-Konfekt drin.

Das steht drauf: Ildefonso Nougat-Konfekt 150 g

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist drin

In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts war er eine der bekanntesten Werbefiguren und noch heute kennen Menschen aller Altersgruppen den legendären Spruch: Don Alonso – Ildefonso. Gemeint ist damit ein Konfekt aus hellem und dunklem Schichtnougat, das 1880 von Victor Schmidt erfunden wurde. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg war Ildefonso ein Verkaufsschlager. Inzwischen gehören die Nougat-Würfel, die nach wie vor in silberfarbenes Stanniol samt edler gold- und lachsfarbener Banderole gewickelt werden, zur Josef Manner AG.

„Hier fehlt doch die Hälfte“

Kürzlich bekamen wir Post – nein, nicht von Don Alonso und auch nicht von seiner angebeteten Doña Elena, sondern von einer schwer verärgerten Konsumentin. Die hatte sich eine Schachtel Ildefonso (150 Gramm) gegönnt. Beim Auspacken traute sie dann ihren  Augen nicht. Der Karton, immerhin in einer Größe von 18x18 cm enthielt nämlich gerade einmal mickrige 15 Stück Ildefonso. Der Rest war Luft, obwohl in der Packung locker acht weitere Würfel problemlos Platz gehabt hätten. „Hier fehlt doch die Hälfte“, dachte sie erbost und schrieb an uns. Wir konnten ihren Ärger gut nachvollziehen und schrieben an Manner.

Besser im Säckchen

In der großen Fabrik in der Wiener Wilhelminenstraße, wo es oft nach Schokolade duftet – oder nach Germ, falls der Wind von der nahe gelegenen Ottakringer Brauerei herüberweht –, dachte man angestrengt einige Tage nach. Und erläuterte uns schließlich wortreich, dass es sich hier – Überraschung – um eine Geschenksverpackung handelt, wo es hauptsächlich darum geht, die Hochwertigkeit des Produkts hervorzuheben. „Für den Eigenverzehr empfehlen wir unsere Nougatspezialität in unserer Säckchen-Verpackung“, bekamen wir abschließend noch als heißen Tipp.

Dem können wir uns nur anschließen. Lassen Sie die Geschenksverpackung einfach im Regal stehen. Nehmen Sie die Ware im Sackerl und packen Sie den Inhalt selber hübsch ein. Denn nur so verschenken Sie Schichtnougat statt Luft garniert mit Plastikmüll. Und sparen obendrein noch Geld.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo