Inzersdorfer Champignonschnitzerl mit Champignonsauce und Gemüsereis

Aus Fleisch geformt

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veröffentlicht: 27.01.2015

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Was Konsumenten alles zugemutet wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: ein Champignonschnitzerl von Inzersdorfer, das aus kleinen Fleischstücken zusammengesetzt und geformt ist.

 

Das steht drauf: Inzersdorfer Champignonschnitzerl mit Champignonsauce und Gemüsereis

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

„Champignonschnitzerl mit Champignonsauce und Gemüsereis“ heißt es auf der Packung des Fertiggerichts von Inzersdorfer. Und: „feine Klassiker“. Darunter ist ein Teller mit zwei Scheiben Fleisch, Champignonsauce und Gemüsereis abgebildet. Sieht recht appetitlich aus.

Selbst kochen dauert länger ...

Will man dieses klassische Gericht selber kochen, braucht man Zeit. Bis alle Zutaten nach Hause getragen, Gemüse und Champignons geputzt und geschnipselt sind, der Reis gegart ist, Schnitzel und Sauce zubereitet sind, dauert es eben.

... als ein Fertiggericht

Das Fertiggericht kann dagegen im Nu serviert werden. Einfach die Schale mit dem Gericht aus dem Karton nehmen, die Deckfolie einstechen, Schale in die Mikrowelle stellen, drei Minuten erhitzen – fertig.
Liest man allerdings auch das Kleingedruckte auf der Packungsrückseite, kann man schon gewaltig ins Staunen geraten. Denn in der Sachbezeichnung scheint das vermeintliche Schnitzel als „Champignonschnitzerl aus heimischem Schweinefleisch geformt“ auf. Und in der Zutatenliste ist von Schnitzerl gar keine Rede mehr. Hier ist nur eine Schweinefleischzubereitung angeführt, die als „Schweinefleisch aus kleinen Stücken zusammengesetzt“ sowie etlichen weiteren Zutaten und Zusatzstoffen deklariert ist. Im Klartext: Dieses Gericht besteht aus Formfleisch.

Zusammengesetzt aus Formfleisch

Zur Erzeugung von Formfleisch werden walnussgroße Fleischstücke mit Kochsalz vermengt, eventuell gewürzt und anschließend mechanisch bearbeitet. Unter Druck entsteht aus dieser Mischung schließlich Formfleisch, das mit einem geschnittenen Schnitzel rein gar nichts zu tun hat. Umso ärgerlicher, dass auf der Verpackung von einem „Klassiker“ die Rede ist.

Hinweis auf Packungsvorderseite wünschenswert

Maresi, zu dessen Marken auch Inzersdorfer gehört, kündigte auf unsere Anfrage an, den Sortennamen des Produkts von „feine Klassiker“ auf „schnelle Küche“ zu ändern. Das ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber bei Weitem nicht genug. Denn durch diese Umbenennung alleine werden Konsumenten nicht wirklich schlauer. Es sollte nicht erst im Kleingedruckten, sondern bereits auf der Packungsvorderseite deutlich darauf hingewiesen werden, dass dieses Gericht aus Formfleisch besteht.

Deutliche Angaben mit neuer Lebensmittelinformationsverordnung

Nach der neuen Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV), die mit 13. Dezember 2014 in Kraft getreten ist, muss bei Lebensmittelimitaten deutlich angegeben sein, welcher Bestandteil teilweise oder vollständig ersetzt wurde. Diese Angabe hat in unmittelbarer Nähe der Produktbezeichnung und in nahezu gleicher Schriftgröße (mindestens 75 %) zu stehen. Formfleisch sowie aus Stücken zusammengefügte Fischprodukte müssen den Hinweis „aus Fleischstücken zusammengefügt" bzw. „aus Fischstücken zusammengefügt" tragen.


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