Milupa Milumil Meine Kindermilch

Nicht kindgerechter als Kuhmilch

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KONSUMENT 3/2014 veröffentlicht: 16.01.2014, aktualisiert: 27.02.2014

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  Was Konsumenten alles zugemutet wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: ein als kindgerecht beworbenes Instant-Milchgetränk, das um nichts kindgerechter ist als Kuhmilch. 

Das steht drauf: Milupa Milumil Meine Kindermilch 1+ ab 1 Jahr

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

„Kindgerechtes Milchgetränk“, „Gehirnentwicklung – mit Eisen“, „gesunde Darmflora – mit Prebiotics“, „starke Knochen – mit Kalzium + Vitamin D“, „für die optimale Entwicklung des Kindes“: Liest man die Packungsaufschrift von Milumil Meine Kindermilch (von Hersteller Milupa für Kleinkinder ab 1 Jahr empfohlen), könnte man meinen, dieses Produkt wäre normaler Kuhmilch haushoch überlegen. Ist es aber nicht!

Keine EU-weit gültige Regelung

Ähnliche Erzeugnisse für Kinder ab 1 Jahr gibt es auch von anderen Herstellern. Auch sie preisen ihre Produkte vollmundig an (z.B. „für ein gesundes Wachstum“). Wissenschaftler und Interessengruppen sind aber geteilter Meinung, ob diese häufig als „Kindermilch“ bezeichneten Produkte zur Deckung des Nährstoffbedarfs von Kleinkindern nötig sind. Darüber hinaus: Während Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung schon lange spezifischen Regelungen entsprechen muss, gibt es für die Rezepturen von Kindermilch & Co bislang keinerlei EU-weit gültige Vorgaben.

Spezialprodukte nicht besser als andere Lebensmittel

Laut Experten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) decken Kindermilchprodukte mit der Auslobung „für die Wachstumsphase“ den Nährstoffbedarf von Kleinkindern in der Europäischen Union nicht besser als andere Lebensmittel. Es konnte keinerlei „besondere Rolle“ von Kindermilcherzeugnissen für die Ernährung von 1- bis 3-jährigen Kindern festgestellt werden.

Abwechslungsreiche Ernährung und ausreichend Bewegung

Lassen Sie sich also nicht von der Werbung verunsichern. Kinder brauchen vor allem eine abwechslungsreiche Ernährung und ausreichend Bewegung. Mit angereicherten Lebensmitteln und spezieller Kleinkindnahrung kann zwar die Nährstoffzufuhr erhöht werden, doch das ist an sich nicht nötig. Wenn man beim Kochen mit berücksichtigt, was den Kleinen schmeckt, können sie ohne Weiteres an den Familienmahlzeiten teilnehmen. 

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Bild: VKI