Patros in Öl

Kuh im Schafspelz

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veröffentlicht: 09.07.2012, aktualisiert: 27.06.2016

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Ein Kuhmilchkäse aus Deutschland, dessen Verpackung vormacht, er wäre ein Schafs- bzw. Ziegenkäse aus Griechenland.

Das steht drauf: Patros in Öl

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Der Name „Patros in Öl“, das Bild eines griechischen Salats mit Käsewürfeln, Oliven, Tomaten, Zwiebeln, die Ölflasche im Hintergrund, der Hirte in traditioneller Kleidung – beim Blick auf das Etikett der eingelegten Käsewürfel werden Erinnerungen an Griechenlandurlaube wohl wieder wach. Das Meer, der tiefblaue Himmel, die Fahrten von Insel zu Insel, und nicht zuletzt der köstliche griechische Feta mit Olivenöl!

Abbildungen versprechen nicht immer die Wahrheit

Doch falls in Ihnen jetzt ein gewaltiger Gusto auf griechischen Schafskäse mit Olivenöl hochsteigt, kaufen Sie besser ein anderes Produkt. Denn in Patros in Öl steckt kein Feta, sondern „Deutscher Käse aus pasteurisierter Kuhmilch in reinem Pflanzenöl“. Das ist dem Kleingedruckten auf der Rückseite des Glases zu entnehmen. Und in Patros in Öl ist auch kein Olivenöl enthalten, sondern Rapsöl. Das teilte uns der Hersteller auf unsere Anfrage mit.

Was einerseits Namen und Bilder am Etikett zur Beschaffenheit und Herkunft eines Produkts suggerieren, und welches Produkt dann tatsächlich in der Verpackung steckt – dazwischen tun sich oft Welten auf. Wer wissen will, woraus ein Produkt besteht, muss die Zutatenliste lesen. Diejenigen Zutaten, die den größten Anteil am Produkt haben, stehen an erster Stelle.

Strenge Regeln für Feta Käse

Und was griechischen Feta anbelangt: Seit Oktober 2002 darf laut EU-Verordnung nur noch in Salzlake gereifter weißer Käse aus Schaf- beziehungsweise Ziegenmilch, der auf dem griechischen Festland oder der Insel Lesbos hergestellt worden ist, den Namen Feta tragen. Lassen Sie sich daher nicht von Verpackungen mit griechisch-anmutenden Namen oder Illustrationen täuschen!


Der VKI klagte die Firma Patros auf Unterlassung, weil die Aufmachung der Verpackung den Eindruck erweckt, der Käse stamme aus Griechenland. Tatsächlich handelt es sich aber um deutschen Käse. Das Wiener Oberlandesgericht beurteilt die Aufmachung des Patros-Schafskäse als irreführend (nicht rechtskräftig) - Stand 27.6.2016.

Mehr dazu unter: VKI-Erfolg gegen deutschen Käse "aus Griechenland" (inkl. Urteil) und Deutscher Käse darf nicht als griechisch beworben werden (Presseaussendung vom 09.06.2016)

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo