REWE Nudelsuppe

Von wegen ländlich

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veröffentlicht: 27.09.2010

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   Was den Konsumenten alles versprochen – und gebrochen wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Eine Nudelsuppe, die so tut, als käme sie direkt vom Land. In Wahrheit ist sie, wie jede Instantsuppe, ein reines Industrieprodukt.

Das steht drauf: gut vom Land Nudelsuppe

Erhältlich bei: Rewe (Billa, Merkur, Penny, Adeg)

Das ist drin

Auf der Verpackung eine goldgelbe Nudelsuppe, im Hintergrund eine rot-weiß-rote Fahne, frische Karotten, Schalotten-Zwiebel, Petersiliengrün und die verheißungsvolle Ankündigung: „Rein natürliche Zutaten, ohne Zusatz von Geschmacksverstärkern, ohne Aromen, Farbstoffe, Konservierungsmittel (lt. Gesetz)“. Klingt gut, dachte sich ein Konsument, kaufte ein – und rief bei uns an, weil ihm die Sache mit dem Gesetz dann doch spanisch vorkam. Uns auch. Trotz intensiven Suchens fanden wir keine passende Gesetzesstelle. Und jene, die uns Rewe auf Anfrage nannte, taugte auch nichts. Sie bezog sich auf alles Mögliche, nur nicht auf Aromen und Farbstoffe.

Wenigstens ohne Geschmacksverstärker. Was finden wir in der Zutatenliste? Hefeextrakt! Der sorgt sehr wohl für mehr Geschmack. Da es sich bei ihm aber nur um eine geschmacksverstärkende Zutat und keinen Zusatzstoff handelt, ja, diese Unterscheidung gibt es, ist – bingo – die Behauptung „ohne Zusatz von Geschmacksverstärkern“ völlig korrekt.

Bleibt noch die österreichische Fahne. Nudelsuppe made in Austria mit Zutaten von heimischen Feldern, mhm. Natürlich nicht! Die Packerlsuppe wird nur in Wels (OÖ) hergestellt. Die Rohstoffe dafür kommen, wie uns die Pressesprecherin von Rewe mitteilte, lediglich „vorzugsweise“ aus dem Inland. Warum wird dann trotzdem mit Rot-Weiß-Rot geworben? Weil es für diese Auslobung ausreicht, wenn 50 Prozent der Wertschöpfung im Inland erzielt werden. Und dafür reicht das Einsacken einer Instantsuppe allemal.

Die Marke „gut vom Land“, was so schön nach kleinem Bauernhof und glücklichen Kühen klingt, kommt übrigens aus dem Hause Landena. Diese Firma hat ihren Sitz in Wels, machte 2008 einen Umsatz von 28 Mio. Euro und beschäftigte für die Produktion von 8.500 Tonnen Waren 130 Mitarbeiter. Echt ländlich.

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Bild: VKI