Senseo Cappucino Pads

Löskaffee statt gemahlener Bohnen

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veröffentlicht: 22.10.2013

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  Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: teure Kaffee Pads mit Löskaffee statt gemahlener Bohnen.

Das steht drauf: Senseo Cappuccino Coffee Pads

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Portionskaffeemaschinen locken mit Bequemlichkeit und Genuss auf die Schnelle: Kein Hantieren mit Kaffeepulver, sondern einfach ein Pad mit der Kaffeesorte der Wahl in die Maschine einlegen, auf den Knopf drücken, und schon rinnt der Kaffee in die Tasse.

Coffee Pads gibt es von etlichen Herstellern und in verschiedenen Sorten. Wir nahmen die Cappuccino Coffee Pads von Senseo unter die Lupe – und trauten unseren Augen nicht. Laut Zutatenliste setzt sich das Produkt so zusammen: pflanzliches Fett gehärtet, Glukosesirup, Zucker, Magermilchpulver, löslicher Kaffee (9,8 %), Stabilisator (E340, E452), Aroma, Milchprotein, Salz, Trennmittel (E551, E341), Emulgator (E481).

Fett und Zucker reichlich enthalten

In diesen Cappuccino Pads stecken demnach reichlich Fett und Zucker, aber lediglich 9,8 % Kaffee, und zwar Löskaffe. Dazu noch jede Menge Zusatzstoffe. Dafür zahlt der Kunde den stolzen Preis von 3,69 € für 8 Pads! Soll das ein Witz sein? Erstens so wenig Kaffee und dann noch Löskaffee statt echter Bohnen? Konsumenten erwarten sich von einem solchen Produkt mit Recht erstens viel mehr als schwache 10 % Kaffee und zweitens selbstverständlich gemahlenen Bohnenkaffee. Wer Löskaffee möchte, kauft ihn sich im preiswerten Vorratsglas.

Löskaffee, die Abkürzung für löslichen Kaffee, ist getrockneter Kaffeeextrakt. Zur Erzeugung von Instantkaffee werden die Bohnen nach dem Rösten zerkleinert, die Inhaltstoffe mit heißem Wasser herausgelöst. Anschließend wird der Aufguss gekühlt, gereinigt, konzentriert und schließlich getrocknet.

Packungsaufschrift und Zutatenliste als Pflichtlektüre

Nichts zu sagen gegen diese Kaffeekonserve. Aber bei einem Pad für eine Portionskaffeemaschine ist die Verbrauchererwartung garantiert eine andere. Das weiß auch Senseo: Das Produkt wird vorsorglich als „Typ Cappuccino“ bezeichnet – und das Wort „Typ“ so winzig klein gedruckt, dass es praktisch unlesbar ist. Wer wissen will, welcher Kaffee in die Tasse kommt und was sonst noch in einem solchen vermeintlich einfachen Produkt steckt, muss die Packungsaufschrift ganz genau lesen. Auch die Zutatenliste gehört zur Pflichtlektüre. Lediglich bei Produkten, deren Sachbezeichnung eindeutig auf die Art der Zutaten schließen lässt, muss keine Zutatenliste angegeben sein. Lautet eine Sachbezeichnung beispielsweise „100 % Arabica Kaffee“, können Sie sicher sein: Hier handelt es sich ausschließlich um Kaffee.

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