Spar Natur pur Bio-Buchweizen, Spar Natur pur Bio-Goldhirse

Was heißt da glutenfrei?

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veröffentlicht: 17.02.2015

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   Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Bio-Buchweizen und Bio-Goldhirse von Spar Natur pur mit widersprüchlichen Angaben zur Beschaffenheit.

 

Das steht drauf: Spar Natur pur Bio-Buchweizen, Spar Natur pur Bio-Goldhirse

Gekauft bei: Spar

Das ist das Problem

Gluten ist ein Klebereiweiß, das in den Getreidesorten Weizen, Roggen, Dinkel, Grünkern, Hafer und Gerste vorkommt. Bei Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) schädigt dieses Klebereiweiß die Dünndarmschleimhaut. Wer an Zöliakie leidet, muss sich lebenslang glutenfrei ernähren.

Buchweizen und Goldhirse glutenfrei

Spar präsentiert die Getreideprodukte seines Natur-pur-Sortiments in einem Bio-Getreide-Folder. Hier sind u.a. Buchweizen und Goldhirse angeführt, beides von Natur aus glutenfreie Nahrungsmittel. Ein Faktum, auf das Spar in seinem Folder noch extra hinweist.

Spuren von Gluten möglich

Ein Kunde, der den Folder gelesen hatte, nahm im Geschäft je eine Packung Bio-Buchweizen und Bio-Goldhirse genauer unter die Lupe und vertiefte sich in die Produktdeklarationen auf der Packungsrückseite. Bei beiden Produkten war angegeben, dass sie u.a. Spuren von Gluten enthalten können. Wie bitte? Er fragte im Geschäft nach und erfuhr, dass „wahrscheinlich eh nichts drinnen und das nur zur Sicherheit deklariert ist“. Woraufhin sich ihm eine weitere Frage stellte: Warum sind diese Produkte im Folder überhaupt als glutenfrei beworben?

Schutz vor Haftungsansprüchen

Die Angabe „kann Spuren von Gluten enthalten“ bedeutet, dass Gluten möglicherweise unbeabsichtigt, z.B. durch Verunreinigung, in ein Lebensmittel gelangt ist. Der Hersteller macht Allergiker auf diese Weise auf das potenzielle Risiko aufmerksam und schützt sich so vor Haftungsansprüchen.

Allergene: Angaben freiwillig

Für Allergiker ist das aber wenig hilfreich. Denn für Hinweise auf Spuren von Gluten (oder anderen Allergenen) gibt es keine rechtlichen Vorgaben. Sie können auf freiwilliger Basis gemacht werden – oder auch nicht. Manche Hersteller führen vorsichtshalber eine lange Liste möglicher Allergenspuren auf Produktverpackungen an. Das bedeutet nicht, dass Spuren dieser Allergene tatsächlich im Produkt enthalten sind. Umgekehrt können Produkte ohne Hinweis auf Allergenspuren trotzdem durch Allergene verunreinigt sein. Genaue rechtliche Regelungen wären hier dringend nötig!


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