Internetwerbung

Kein Wunder im Web

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Konsument 6/2000 veröffentlicht: 01.06.2000

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Reich wird man nicht beim Surfen. Obwohl das manche Sites versprechen.

„Bares Geld wartet – holen Sie es ab!“ So oder ähnlich locken unzählige Homepages. Angeblich winkt ein Honorar, wenn man im Internet surft und dabei Werbung einblendet. Auch Freunde und Bekannte soll man „mitbringen“, um zu profitieren. Von astronomischen Summen ist die Rede. 38 der angeblichen Menschheitsbeglücker haben wir näher angeschaut. Doch die meisten waren nur im Testbetrieb. Zwar werden Kunden gekeilt, ans Zahlen ist aber noch nicht zu denken. Zwei Anbieter arbeiteten im Vollbetrieb. Dennoch ist kein warmer Geldregen zu erwarten. Nicht einmal, wenn man 24 Stunden lang online wäre. Zum einen herrscht eine seltsame Zeitrechnung. Nach 8 Stunden im Internet werden nur 2 Stunden gutgeschrieben. Maßgebend ist nämlich die Anzahl der Mausklicks, wenn tatsächlich gearbeitet wird. Weiters beträgt der Stundensatz mickrige 6,50 Schilling. Und nur maximal 25 Stunden pro Monat werden ausbezahlt.

Auszahlung unwahrscheinlich

Erst, wenn 685 Schilling erreicht sind, wird tatsächlich überwiesen. Also nach mehr als vier Monaten „Hochleistungs“-Surfen. Die Kosten, die inzwischen anfallen, liegen weit über dem möglichen Ertrag. Zahlt der Anbieter nicht, hat man Pech gehabt. Er sitzt in den USA, eine Klage ist sinnlos. Der Sinn des Ganzen? Werbung unter der eher kritischen Internet-Generation zu verbreiten. Und deren Vorlieben und Surf-Verhalten zu erforschen. Zum Wohl der Wirtschaft, nicht der Web-Süchtigen.

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