OP-Termine: Zwei-Klassen Medizin

Kommentar von VKI-Geschäftsführer Franz Floss

Seite 1 von 1

KONSUMENT 9/2011 veröffentlicht: 13.09.2011

Inhalt

Beschleunigen private Krankenversicherungen den OP-Termin? Kommt hier die Zwei-Klassen-Medizin? VKI-Geschäftsführer Franz Floss über Reaktionen zu unserem Test "OP-Termine".

 Franz Floss 
 VKI-Geschäftsführer
Franz Floss

Wir haben zu unserm Test erboste Reaktionen von Ärzten erhalten: Alles nicht wahr. Es gäbe keine Bevorzugung mit Privatversicherung. Ein Rechtsanwaltsschreiben droht uns sogar eine Untersagung an.

Vorziehen, wenn es dringend ist

Es gäbe nur eine kürzere Wartezeit auf die Operation nach einer medizinischen Indikation (Dringlichkeit) und diese könne eben am besten von den Primarärzten festgestellt werden. Eine Behauptung, die man durchaus hinterfragen kann.

Laut öffentlichen Stellungnahmen gibt es keine Zwei-Klassen-Medizin in Österreich. Jeder werde gleich behandelt und laut Verordungstext umfasst die Zusatzversicherung nur die "Hotelkomponente" in der Spitalsbetreuung und  die "freie Arztwahl".

Im guten Glauben abgeschlossen

Es gab aber auch Reaktionen von Konsumenten, die sich nicht vorwerfen lassen wollten, "privilegiert" zu sein, Sie hätten im guten Glauben die Privatversichung gerade wegen einer besseren medizinischen Versorgung abgeschlossen.

Es ist eine unbefriedigende Situation, wenn Kriterien gesetzlich festgelegt und in der Öffentlichkeit als Errungenschaft gefeiert werden, die Realität aber ganz anders aussieht. Transparenz ist ein Grundsatz, der in unserer Teamarbeit ganz groß geschrieben wird. Wir hoffen aber, damit auch eine Diskussion angestoßen zu haben: Gibt es eine gesetzeskonforme bessere medizinischen Versorgung mit Privatversicherung oder nicht?

Bewertung

Wertung: 2 von 5 Sternen
2 Stimmen

Kommentare

  • Krankenversicherung
    von medienhandel am 18.09.2011 um 08:58
    Es stellt sich die Frage warum ich dan eine Krankenversicherung bezahle die die jährlich doch einige tausend Euro kostet. Im Fall des Versicherungseintritt möchte ich schon eine bessere, schnellere und komfrotablere Betreuung haben. Ansonst wäre eine solche Versicherung sinnlos. Aber der Leitspruch in Österreich ist Gesundheit darf nichts kosten.
  • Zwei Klassen Medizin stimmt nur in wenigen Fächern
    von kodo_gue am 18.09.2011 um 07:54
    Und da sind wirklich nicht nur Ärzte schuld. Vorgezogene Termine kommen vor bei 1) herzoperationen die wenig bringen und die sich Patienten einbilden. 2) orthopädischen Eingriffen die durch gewichtsreduktion von 20 und mehr Kilo unnötig wären ( Ausnahme hallux) 3) Augenoperationen - hier fehlen einfach Operateure und Abteilungen. Terminprobleme gibt s nur bei fachärztemangel - der ist aber selten und vom Staat zu verantworten, oder bei selbstverschuldeter reperaturmedizin. Faktum: liebe VKI - ihr habt emotionell und einfach ungenau recherchiert. Es sind keine 5 Prozent ( wenn überhaupt ) der zusatzversicherten die einen medizinischen Vorteil haben. Die anderen 95% benutzen die Zusatzversicherung um damit anzugeben, devot vom Personal behandelt zu werden, oder weil Sie (fälschlich) glauben nur als Privatpatienten beachtet zu werden .indirekt habt s ihr durch euren Artikel genau das Gegenteil erreicht: jetzt werden sich noch mehr zusatzversichern lassen.
Bild: VKI