Amazon

Intransparente Kosten

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KONSUMENT 1/2015 veröffentlicht: 23.12.2014, aktualisiert: 09.10.2015

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"Vorsicht Falle": Österreichische Kunden werden nicht nur stiefmütterlich behandelt, sondern oft auch von den Versandkosten überrascht.

Während andere Unternehmen Österreich-Ableger ihrer Homepages betreiben, sieht Amazon uns nur als Anhängsel des großen deutschen Marktes. Abgesehen davon, dass die „Prime“-Angebote erst seit wenigen Wochen nutzbar sind, werden die Preise inklusive der um ein Prozent geringeren deutschen Mehrwertsteuer angegeben. Und auch die beim Produkt aufscheinenden Versandkosten beziehen sich auf Deutschland. Letztere sind vor allem dann relevant, wenn die Ware nicht von Amazon ausgeliefert wird, sondern von einem Partnerunternehmen (Amazon Marketplace). In diesem Fall gibt es keinen Gratisversand nach Österreich und die Kosten können bei preisgünstigeren Produkten den Verkaufspreis übersteigen.

Vorsicht bei 1-Click-Bestellung!

Ein zusätzliches Problem ist die 1-Click-Bestellung. Ein Mausklick auf die Schaltfläche neben dem Produkt genügt für eine verbindliche Bestellung. Die Kontrolle des Auftrags ist dann nur noch über die Bestätigungs-E-Mail bzw. online über „Mein Konto/Meine Bestellungen“ möglich. An dieser Stelle hat man auch die Chance, Bestellungen innerhalb von 30 Minuten zu stornieren, ohne dass sie bereits weiterbearbeitet werden und die Ware in den Versand kommt.

Höhere Versandkosten leicht übersehen

Auf jeden Fall erhöht die 1-Click-Bestellung das Risiko, die (höheren) Versandkosten nach Österreich zu übersehen. Sinnvoller ist es, diese Option unter „Mein Konto/Einstellungen/Kontoeinstellungen“ zu deaktivieren und den Einkaufswagen zu nutzen. Dann sind mehrere Schritte erforderlich, um den Bestellvorgang abzuschließen und man bekommt vor dem letzten, verbindlichen Klick die tatsächlichen Kosten aufgelistet. Zusätzlich gibt es direkt im Einkaufswagen die „Vorschau auf die voraussichtlichen Versandkosten und Steuern“. In beiden Fällen kann man die Bestellung problemlos abbrechen (allenfalls durch Klick auf den „Zurück“-Pfeil des Browsers).

Tipp: Bestellung umgehend kontrollieren

Allerdings berichtet uns ein Leser von der Erfahrung, dass die Vorschau nicht korrekt funktioniert hat und ihm fälschlicherweise kostenloser Versand versprochen wurde. Deshalb ist es umso wichtiger, die Bestätigungs-E-Mail oder die aktuellen Bestellungen umgehend zu kontrollieren und notfalls gleich eine Stornierung vorzunehmen. Der VKI hat den Sachverhalt im Sinne der Konsumenten geprüft: Es hat sich ein Dreivierteljahr später nichts geändert: Amazon: teurer geworden 10/2015 .


Lesen Sie auch: Amazon: manipulierte Bewertungen und Rezensionen 9/2014 und Datenschutz: Amazon 3/2015

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Bild: VKI