Billa Vorteils-Club-Karte, Erdic Brustvergrößerung

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Konsument 8/2000 veröffentlicht: 01.08.2000

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BILLA Vorteils-Club-Karte - Der Greißler als Bankier

Eine gewöhnliche Kundenkarte tut’s nicht mehr – die Vorteils-Club-Karte von Billa bringt „zusätzlich zu den Vorteilen des Vorteils-Clubs auch viele Leistungen eines Geldinstitutes“. Wunderbar, jetzt kann man an der Supermarktkassa auch seine Bankgeschäfte erledigen, mag da so mancher gehofft haben. Angesichts der knappen Öffnungszeiten heimischer Banken ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Die Club-Karte von Billa fungiert als eine Art Sparcard, ein dazugehöriges Konto ist bei der Bank Austria zu eröffnen. Dann kann man – so die Billa-Werbung – nicht nur bargeldlos einkaufen sondern auch Geld abheben (bis 2500 Schilling pro Woche) und Erspartes einzahlen. Guthaben werden mit 2 Prozent besser verzinst als bei einem täglich fälligen Sparbuch der Bank Austria, weil Billa 0,5 Prozent zuschießt.

So weit, so gut. Wir wollten es nicht recht glauben, dass Supermarktkassierer/-innen, die ohnehin einen außerordentlich stressigen Beruf haben, auch noch die Tätigkeit eines Bankkaufmannes quasi im Vorbeigehen mit übernehmen können. Daher bewarb sich einer unserer Mitarbeiter um die Mitgliedschaft beim umtriebigen Billa-Club. Doch da fingen die Schwierigkeiten schon an. Der erste Antrag ging irgendwo unter, es bedurfte einiger Telefonate mit der betreffenden Filiale sowie mit der Zentrale in Wiener Neudorf, bis der Glückliche – zweieinhalb Monate später – die Karte in Händen hielt.

Seine Einkäufe konnte er noch relativ problemlos per Club-Karte bezahlen – das wird ja auch mit Bankomatkarten gemacht und ist mittlerweile Routine. Als der VKI-Mitarbeiter aber im Zuge einer Barzahlung das Restgeld aufs Konto einzahlen wollte, sah ihn die Kassiererin verständnislos an, eine Kollegin konnte aber immerhin weiterhelfen. Versuche, an der Billa-Kasse Geld zu beheben, scheiterten jedoch trotz wiederholter Versuche. Auch eine herbeigerufene Filialleiterin warf nach erfolglosen Eingabeversuchen in die Kassa das Handtuch. Bis dahin hatte sich schon eine lange Schlange ungeduldig Wartender gebildet.

Fazit: Eine erfolgreiche Supermarktkette macht noch lange keine Bank. Und dass ein Kunde, der sich nur schnell ein Packerl Milch kaufen wollte, dafür Verständnis aufbringt, dass der Kunde vor ihm Geldtransaktionen („Ausgerechnet jetzt!“) durchführen will, mag bezweifelt werden.

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