Die Zeitung als Versicherungs-Keiler

Kommentar von KONSUMENT-Redakteur Manfred Tacha

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veröffentlicht: 29.10.2012

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Neue Einnahmequellen sind immer gut - auch und besonders bei Medien. Die Tageszeitung "Österreich" tritt seit einiger Zeit als Versicherungsvertreter auf und ködert Kunden mit dem iPhone5. - Ein "Aufgespießt" von Manfred Tacha.

KONSUMENT-Redakteur Dr. Manfred Tacha (Bild: Wilke) 
Redakteur
Manfred Tacha

Zeitungen haben in der Regel drei Einnahmequellen: den Erlös aus dem Verkauf (also das, was der Leser bezahlt). Dann Einkünfte aus Inseraten und vergleichbaren Geschäften (die zahlen Großkunden, also Unternehmen oder Organisationen) sowie sonstige Einnahmen. Die Verkaufserlöse bringen wenig, die Inserate bringen viel.

Inserate sind weggefallen

Noch vor einigen Jahren bekam die Tageszeitung "Österreich“ Inserate von Ministerien. Die gibt es in der Form nicht mehr. Es wurden in den letzten Jahren bei "Österreich“ allerdings auch einige Mitarbeiter abgebaut. Seit ein, eineinhalb Jahren hat nun die Werbe-Abteilung von "Österreich“ eine Einnahmequelle erschlossen, die unter "sonstige Einnahmen“ fallen dürfte: Anders als bei Inseraten, die einen mehr oder weniger fixen Preis haben, startet "Österreich“ für einen Großkunden (diesmal Wüstenrot, vorher Helvetia) Werbung für Versicherungen. Kauft ein Leser von "Österreich“ so eine Versicherung, wird "Österreich“ wohl eine Provision erhalten.

Verkauf die Kleinen an die Großen

Das Geschäftsmodell ist einfach: Verkauf deine kleinen Kunden an große Kunden. Verkauf die Produkte der Großen an die Kleinen und schenk dem kleinen Kunden ein Zuckerl (in dem Fall ein iPhone). Die Zeitung wird zum Versicherungskeiler.

Natürlich brauchen auch Medien Einnahmen (lesen Sie FAQ: Warum ist KONSUMENT so teuer?"); aber eines sollte für Interessenten klar sein: Unsere KONSUMENT-Finanzexperten raten von dem Angebot ab. Versicherungen kann man auch ohne Zeitung und iPhone kaufen. Meist sind sie dann billiger, denn jeder Zwischenhändler will seinen Anteil.

Mehr zum Thema Geld lesen Sie in unserer Rubrik "Bare Münze"

Manfred Tacha

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