Elektronik: Altgeräte entsorgen

Gift für die Armen

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KONSUMENT 6/2012 veröffentlicht: 14.05.2012

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Elektroschrott: Die steigende Nachfrage nach Handys, Fernsehern oder Computern hat eine wachsende Zahl an Altgeräten zur Folge. Trotz Recyclingsystemen gelangt ein Großteil davon nach Afrika oder Asien. Dort  gefährdet der Elektromüll dort Mensch und Umwelt. "Achtjährige", so erfahren wir im Interview mit einem Elektromüll Experten, "haben deshalb den IQ eines Dreijährigen."

Alle paar Jahre ein Smartphone, den allerneuesten Flachbildfernseher oder den noch leistungsfähigeren Laptop – im Jahr 2010 wurden in Österreich 165.811 Tonnen Elektro- und Elektronikgeräte verkauft, davon 158.440 Tonnen Haushaltsgeräte. Die Jagd nach immer besseren und noch stylisheren Geräten hat Folgen: 8,7 Millionen Tonnen Elektromüll werden in Europa jährlich produziert.

Kostenlose Sammelstellen

Laut Elektroaltgeräteverordnung aus dem Jahr 2005 können Elektro- und Elektronikaltgeräte aus privaten Haushalten kostenlos bei den Altstoff-Sammelzentren bzw. den Sperrmüllsammlungen der Gemeinden deponiert werden. Kleingeräte wie Handys werden auch bei Problemstoffsammelstellen entgegengenommen.

Elektroschrott im Geschäft abgeben

"Beim Kauf eines neuen Gerätes kann man das alte Gerät auch direkt im Geschäft abgeben – bei Verkaufsstellen, die größer als 150 m² sind", erklärt Ing. Rainer Kromberger vom Referat für Abfallwirtschaft bei der MA 48 in Wien. Im Jahr 2010 wurden auf diese Weise rund 75.562 Tonnen Elektroschrott gesammelt.

Schadstoffe: Geräte nicht in den normalen Müll

Fast alle Elektro- und Elektronik-Altgeräte enthalten neben einem großen Anteil an ungefährlichen Bestandteilen wie Kunststoffen oder Glas auch schadstoffhaltige Bauteile. Um eine Freisetzung der Schadstoffe aus dem Elektroschrott zu vermeiden, werden diese Bauteile in eigenen Anlagen demontiert und einer speziellen Aufarbeitung unterzogen. Alte Geräte sollten daher auf keinen Fall im normalen Müll landen.

Problematisch: private Schrotthändler, Charity-Events

Auch private Schrotthändler sind mit Vorsicht zu genießen, wie Christina Schröder, Sprecherin der entwicklungspolitischen Organisation Südwind weiß: "Da unklar ist, wie Schrotthändler die alten Geräte weiter verwerten, sollten diese unbedingt zu den offiziellen Müllsammelstellen gebracht werden!" Claudia Sprinz, Sprecherin der Umweltschutzorganisation Greenpeace, warnt auch vor "Charity-Events", bei denen alte Handys gesammelt werden: "Diese werden oft in Entwicklungsländer verschickt und landen dort auf dem Müll."

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Kommentare

  • Geplante Obsoleszenz
    von REDAKTION am 30.08.2012 um 14:42
    Wir weisen in unseren Produkttests immer wieder auf diese Problematik hin. Wir wollen diesem Thema in Zukunft verstärkt Aufmerksamkeit schenken und werden darüber berichten bzw. nach Möglichkeit Tipps und Empfehlungen abgeben. Ihr Konsument-Team
  • Geplante Obsolenz
    von Stephan Pesendorfer am 16.08.2012 um 21:34
    In einigen Medien (ZB Presse, Wiener Zeitung, Konen Zeitung, arte) wurde zuletzt über das Phänomen "geplante Obsolenz", d.h. dass elektronische Geräte so produziert werden, dass sie vorzeitig den "Geist aufgeben", detailliert berichtet. Unternehmen wie RUSZ - Reparatur- und Servicecenter, versuchen laut dieser Berichte da gegenzusteuern. Nähere Informationen dazu aus dem von mir seit vielen Jahren als Abonnent sehr geschätzten "Konsument" würden mich sehr interessieren.
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