Energiesparlampen, Stromsparen und Weltklima

Es geht uns blendend

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Konsument 3/2008 veröffentlicht: 25.02.2008

Inhalt

Stromsparen sollen die kleinen Leute. Ein satirischer Kommentar von Ali Grasböck.

Nichts ist leichter, als Herr über die Finsternis zu sein. Ein Fingerdruck auf den Lichtschalter genügt, und schon ist die Nacht besiegt.So gesehen sind wir alle Erleuchtete. Jeder ist seines Glückes und seiner Stromrechnung Schmied,  weshalb sich helle Köpfe immer schon bemüht haben, das Licht sparsam einzusetzen.

Verantwortlich für das Weltklima

Seit einiger Zeit kann man den Verbrauch mit Energiesparlampen senken – eine gute Erfindung, die sicher noch verbessert werden kann und eines Tages selbstverständlich sein wird. So weit, so gut. Allerdings gibt es beim Thema Lichtsparen auch Momente, in denen der kleine Konsument düstere Gedanken hegt. Dann nämlich, wenn ihm von oben herab erklärt wird, er trage mit seiner Beleuchtung Verantwortung für das Weltklima, habe schon genug Schaden angerichtet und möge jetzt sparen.

Schirennen in der Nacht

In solchen Momenten kann es sein, dass sich ein heller Kopf fragt: Mein Nachtkastllamperl spielt beim Klimawandel eine Rolle, aber über die aberwitzige Verschwendung bei anderen Gelegenheiten regt sich keiner auf? Sogar Schirennen werden in der Nacht veranstaltet, wobei man ein riesiges Gelände taghell beleuchten muss. Wieso gibt es da keine Ermahnungen? Denen gehört doch längst ins Ohr geschrien, dass ihnen ganz recht geschieht, wenn die globale Erwärmung den letzten Schnee wegputzt. Der noch dazu meistens Kunstschnee ist, also quasi gefrorener Strom in gewaltigen Mengen!

Sparen soll der kleine Mann

Das ist nur ein Beispiel von vielen. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, muss zu der Ansicht kommen, dass es uns blendend geht und das Stromgeld mit vollen Händen ausgegeben wird. Sparen scheint eher was für den kleinen Mann zu sein – aber macht nichts, irgendjemand muss ja anfangen.

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