Fairtrade: Baumwoll-Genossenschaft

Grenzen der Fairness

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KONSUMENT 3/2013 veröffentlicht: 20.02.2013

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Kinderarbeit, Ausbeutung, schlechte Bezahlung – sind Fairtrade-Kooperativen auch nicht besser als konventionelle Betriebe? Wofür Fairtrade steht und wo seine Grenzen liegen zeigen wir am Beispiel einer indischen Baumwoll-Genossenschaft.

Der Geländewagen holpert über die un­asphaltierte Straße, vorbei an ärmlichen ­Dörfern, eingebettet in sattes Grün, Rinderherden und Baumwollfeldern. Im Dorf Kumkal im ostindischen Bundesstaat Odisha ­haben die Baumwollfarmer der Fairtrade-zertifizierten Genossenschaft Chetna Organic einen großen Teppich für ihre Besucher ausgebreitet.

Dank Fairtrade nur noch Bio-Landwirtschaft

"Als wir unsere Baumwolle noch mit Pestiziden spritzten, sind meine Ziegen daran gestorben“, erzählt der Farmer Radha Kanthsahu aus der Kalahandi-Region. "Dank Fairtrade gibt es hier heute nur noch Bio-Landwirtschaft.“

Baumwolle benötigt im konventionellen ­Anbau mehr Pestizide als jede andere Pflanze: 10 Prozent der weltweit verwendeten Pestizide werden beim Baumwollanbau eingesetzt. 50 Prozent aller Pestizide in Indien werden auf den Baumwollfeldern benötigt, obwohl diese nur 5 Prozent der gesamten Agrarfläche einnehmen. Diesen Umstand machen sich Großunternehmen zunutze, die den Farmern die Chemikalien teuer verkaufen. 25 Prozent ihres Gewinnes müssen die Farmer zusätzlich in gentechnisch verändertes Saatgut investieren, wenn sie höhere Gewinne und eine kurzfristige Resistenz ­gegen Schädlinge erzielen wollen.

US-Riese Monsanto kontrolliert Saatgut

Diesen Markt kontrolliert der US-Riese Monsanto. Fallen die Weltpreise für Baumwolle in den Keller oder ist die Ernte schlecht, können die Bauern nicht mehr in die nächste Aussaat investieren. Die Folge: Seit 1996 nahmen sich über 260.000 indische Farmer das Leben, die keinen Ausweg mehr aus der Schuldenfalle sahen.

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