Friedhofsgebühren

Ewige Ruhe zu stolzen Preisen

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KONSUMENT 2/2012 veröffentlicht: 18.01.2012

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Nach dem Tod ist es wie im Leben: Selbst für ein Grab variieren die Kosten je nach Ausstattung und Lage.

Alles wird teurer. Wasser, Gas, Treibstoff. Und jetzt steigen auch noch die Friedhofsgebühren. Herr Schmidt möchte seinen Augen nicht trauen. Die Friedhöfe Wien GmbH schreibt ihm, dass er für die Verlängerung seines Grabnutzungsrechts für zehn Jahre 1.166 Euro zu zahlen hat. Das letzte Mal hatte er für das Grab, in dem seine Frau beigesetzt ist, 629,90 Euro gezahlt. Eine Erhöhung um fast 100 Prozent! Er denkt an ein Versehen. Ist es aber nicht.

Braucht die Friedhöfe Wien GmbH dringend Geld, da sie erst vor kurzem in ihr neues Verwaltungsgebäude beim Zentralfriedhof umgezogen ist? Oder nutzt sie einfach schamlos ihre Quasi-Monopolstellung in Wien aus? Herr Schmidt hegt böse Vermutungen.

Preisanpassung

Uns interessiert der Fall und wir bitten die Direktion des Unternehmens um Stellungnahme. Die kommt prompt und fällt etwas länger aus: Ja, im letzten Jahr habe es eine Preiserhöhung bei allen Gräbern gegeben, allerdings nur in der Höhe der Inflationsanpassung, und die letzte Anpassung liege im Übrigen vier Jahre (2008) zurück. Dazu komme, und das betreffe den Fall von Herrn Schmidt wie auch etwa 200 weitere Grabnutzungsberechtigte pro Jahr, eine sukzessive Preisanpassung bei jenen Gräbern, für die vor längerer Zeit nach der alten und inzwischen überholten Tarifordnung bloß der halbe Preis entrichtet wurde. Bedenke man, dass ein Neuerwerb des Grabes der Familie Schmidt heute 1.606 Euro kosten würde, so sei die Vorschreibung immer noch als vergleichsweise moderat zu bezeichnen.

Trauern und Preise vergleichen?

Trauern und Preisvergleiche anstellen, das verträgt sich schlecht. Wo ein elementares Ereignis wie der Tod eines geliebten Menschen zu verarbeiten ist, redet man nicht über Kosten. Wir können das aber tun. Wir sind nicht in Trauer und können einen ungetrübten Blick auf diesen Geschäftsbereich werfen. Ja, im Fall der Beisetzung eines Menschen geht es, nüchtern betrachtet, um eine – wenn auch gewiss spezielle – Geschäftsabwicklung mit vertraglichen Vereinbarungen, Kosten, Rechten, Pflichten. Und schnell auch um ein paar Tausender mehr oder weniger.

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9 Stimmen

Kommentare

  • Grabgebühren am Land
    von movinC am 11.02.2012 um 06:23
    Zum Kommentar von Hueher ist anzumerken, dass die 18€ pro Jahr oder 180€ für 10 Jahre auch in der Steiermark auf vielen Pfarrfriedhöfen gelten. Das ist aber der absolute Minimumtarif den die Diözese vorschreibt, damit die Friedhöfe nicht Defizite ansammeln, und gilt auch nur für eine Grabstelle. Für ein Doppelgrab, häufig bei Familiengräbern der Fall, ist das doppelte zu bezahlen. Teuer ist für die Friedhöfe vor allem die Müllentsorgung und die allgemeine Friedhofpflege. Bei kleinen Friedhöfen am Land, die kaum Gebäude zu erhalten haben und wo die Leute es akzeptieren, dass im Winter nur die Hauptwege freigehalten und gestreut werden, die Leute die Mülltrennung einigermaßen einhalten und wo keine Toilettenanlagen gepflegt werden müssen (oder sich diese im Pfarrhof befinden), verbunden mit einer recht guten Zahlungsmoral, halten sich die Fixkosten soweit in Grenzen, dass recht günstige Grabgebühren angeboten werden können. Erfahrungsgemäß verschwinden all diese Vorteile, je größer der Friedhof und je städtischer die Umgebung und Grabinhaber sind. Die genannten Gebühren in Wien sind allerdings doch sehr hoch, wir kennen aber ganzen Gebührenkatalog nicht. Grabplattenbedeckungen, soweit überhaupt erlaubt, Grüfte und mitunter auch Randgräber können auch am Land teurer sein.
  • Jedenfalls, die Wiener Friedhöfe sind das teuerste in Österreich !!
    von Hueher am 06.02.2012 um 12:10
    ich kann eigentlich nicht verstehen, warum MUß man im 10 Jahres Rythmus bezahlen?? Ich bin Pensionist, habe eine kleine Pension und wenn der termin dann ist, muß+soll ich auf einem Schlage, wie zuletzt vor einiger Zeit, € 1250,- hinlegen??!! Anders darf man nicht bezahlen!! In Kärnten ( Wolfsberg zB.) kostet ein gleichwertiges Grab, pro Jahr "nur" 18,-€ !!!???!!! das sind dann so um die € 180,- / 190,- pro 10 Jahre............ Wer kann mir nun erzählen, warum in Wien diese hohen Summen bestehen???? Unser familiengrab besteht seit mehr als 100 Jahren am Zentralfriedhof, und warum muß man für soetwas derartig viel bezahlen????? Da lobe ich mir eine Bestattung in Thailand, wo dieses gratis ist, und nur mit Spenden an die Mönche des Klosters zu bezahlen ist........eine Feuerbestattung mit Urne !
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo