Getränkeverpackungen

Mehrweg in der Sackgasse

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KONSUMENT 9/2013 veröffentlicht: 29.08.2013, aktualisiert: 02.01.2014

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Ein heißer Sommer liegt hinter uns. Mineralwasserabfüller, Limonadenerzeuger und Brauereien haben sich darüber gefreut. Steigt die Quecksilbersäule, steigt auch ihr Umsatz. Doch es gibt auch Anlass zum Ärgern. - Ein "Aufgespießt" von der Chefin vom Dienst, Veronika Kaiser.

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Veronika Kaiser
Chefin vom Dienst
 

So wollte ich mich im Supermarkt mit dem beliebten Mischgetränk Radler eindecken. Viele Aludosen diverser Sorten standen da im Regal, ebenso Wegwerf-Glasflaschen. Dabei weiß ich genau, dass es meine Lieblingsmarke auch in Mehrweg-Glasflaschen gibt. Man muss kein Ökoapostel sein, um Aluminium-Getränkedosen abzulehnen.

Wegwerfprodukte auf dem Vormarsch

Der Rohstoff Bauxit wird oft unter katastrophalen Bedingungen für die Umwelt und für die dort Beschäftigten abgebaut. Dann verschlingt die Herstellung der Dosen eine Menge Energie. Viel Aufwand für ein Wegwerfprodukt. Und ist die Dose ausgetrunken, landet sie statt im Sammelcontainer oft auf der Straße, in der Wiese oder sie wird in öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelassen. Wie übrigens auch Einweg-PET-Flaschen, die ebenfalls Stadt und Land verschandeln. Die Ex-und-hopp-Mentalität hat sich leider durchgesetzt.

Mehrwegflaschen: wichtiger Beitrag zur Müllvermeidung

Mineralwasser und Limonaden findet man kaum in Mehrwegverpackungen. Obwohl Ökobilanzen zeigen, dass Mehrwegverpackungen einen wichtigen Beitrag zur Müllvermeidung leisten. Und Müll gar nicht erst entstehen zu lassen ist nachhaltiger, als gebrauchte Flaschen und Behälter wieder aufzuarbeiten. Viele Konsumenten würden ja gern Produkte in Mehrweggebinden kaufen. Aber wo finden?

Nachhaltigkeit als Interpretationssache

Nur 15 Produkte tragen das , aber Hunderte Getränkesorten werden in Wegwerfgebinden angeboten. So kann die Wirtschaft behaupten, dass die Kunden Plastikflaschen und Dosen bevorzugen. Übrigens bietet der Mineralwasserabfüller Vöslauer jetzt auch PET-Flaschen mit Pfand. Also ein Hoffnungsschimmer für mehr Mehrweg? Nein. Diese Flaschen werden nicht wieder befüllt, sondern gesammelt, eingeschmolzen und erneut zu Flaschen gepresst. Auch so kann man den Begriff „Nachhaltigkeit“ interpretieren.

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