Gütesiegel im Supermarkt

Licht im Dschungel

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KONSUMENT 12/2013 veröffentlicht: 21.11.2013

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Sind die vielen Gütesiegel in den Supermärkten nicht alle überflüssig – es gibt doch glaubwürdige staatliche oder unabhängige Zeichen für Nachhaltigkeit? Unser Ethik-Test zeigt: Sie haben ihre Berechtigung, jedenfalls einige von ihnen.

Der Gütesiegel-Dschungel in den Supermärkten, und immer mehr auch in den Drogeriemärkten, lässt viele Konsumenten verwirrt zurück. Wem sollen sie noch glauben? Und wenn tendenziell alle Produkte mit irgend­einem Gütesiegel verziert sind, ist es dann nicht egal, was man kauft?

Bio, öko, fair, regional: alles nur Schmäh?

Bio, öko, fair, regional – frühere Nischen sind zu bedeutenden Marktsegmenten angewachsen, was bedingt, dass viele Produkte längst nicht mehr von kleinen Bauern angeliefert werden, sondern von Agrarfabriken, wo die Unterschiede zur konventionellen Produktionsweise immer kleiner werden. Ist alles nur ein "Schmäh", wie Clemens Arvay, einer der schärfsten Kritiker der Bio-Vermarktung, behauptet? (Siehe dazu auch Bio-Lebensmittel: "Hinter der Idylle" 8/2013)

Es geht um Mehrwert

Was muss ein Gütesiegel erfüllen, soll es nicht nur ein Beitrag zur Verwirrung sein? Es muss einen "Mehrwert" schaffen; nur wenn Handelsunternehmen ihre Marktmacht dazu nutzen, eine Verbesserung und Verbreiterung des Angebots an nachhaltigen Produkten zu bewirken, sind solche Eigenmarken des Handels gerechtfertigt.

Über den Mindestanforderungen staatlicher Prüfzeichen

Sie müssen mehr bieten als es etablierte staatliche oder unabhängige Prüfzeichen tun, müssen über die Mindestanforderungen ­(etwa jene des österreichischen Bio-Zeichens) hinausgehen oder verschiedene Prüfsysteme in einer Marke kombinieren – Beispiel: ein veganes Bio-Produkt aus der Region.

Wie wurde der Mehrwert gemessen? - Die Test-­Kriterien lassen sich in drei Bereiche zusammenfassen:

  • Anspruch: Zusätzliche Kriterien müssen wesentlich in Bezug auf Nachhaltigkeit sein, sie sollen mehrere Dimensionen umfassen (Umfang) und sie sollen strenger als die ­Mindestanforderungen sein.
  • Beweiskraft: Die Siegel müssen von unabhängigen und kompetenten Prüfstellen geprüft werden. Der Prüfprozess soll möglichst lückenlos und tiefgehend sein. Letztlich geht es um Transparenz: Sind die Prüfkriterien nachvollziehbar, gehen Werbeaussagen ­damit konform oder wird mehr versprochen?
  • Weiterentwicklung: Welche Zielsetzungen gibt es, wie soll sich die Marke weiterentwickeln? Gibt es Konzepte für die Verschärfung der Kriterien, für eine aktive Produktentwicklung, für engere Beziehungen zu den Produzenten? 

Mehr zum Thema:

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
BIO vom Berg, Zurück zum Ursprung, Ja! Natürlich, SPAR Natur*pur, Natur aktiv, Echt B!O, Biotrend, Bio Primo, natürlich für uns, Sutterlüty´s, SPAR wie früher, Ein gutes Stück Heimat, Ich bin Österreich, Mit Leib & Seele, Gutes aus der Region, Einzigartiges aus Österreich, Ländle/Ländle pur, Regional-Regal, Herkunft garantiert aus Österreich, A/A+A, Hergestellt in/Qualität aus Österreich, SPAR Veggie, Vega Vita, Splendid nature/bio, Denkmit nature, Alio eco, W5 Eco, Blink bio

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