Hörstudie und Hörtest als Verkaufstrick

Seriöses Angebot?

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KONSUMENT 2/2014 veröffentlicht: 30.01.2014

Inhalt

"Ein Hörgeräte-Anbieter sucht immer wieder Teilnehmer für eine „Hörstudie“, bei der man kostenlos einen Hörtest machen und die neuesten Hörsysteme ausprobieren kann. Ist das ein seriöses Angebot?" - In unserer Rubrik "Tipps nonstop" stellen Leser Fragen und unsere Experten geben Antwort - hier Dr. Bärbel Klepp.

Bärbel Klepp (Bild: Wilke)
Dr. Bärbel Klepp

Wir sehen diese "Studie“ insofern kritisch, als es sich dem Anschein nach um eine verkaufsfördernde Maßnahme handelt. Zwischen den Hörgeräteakustikern und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger ist vertraglich vereinbart, dass im Kaufpreis eines Hörgerätes sowohl Hörtests als auch die Wartung und Reinigung bzw. der Austausch gewisser Kleinteile inkludiert sind. Außerdem besteht die Möglichkeit des 14-tägigen Probetragens jedes Hörgerätes, ohne dass dadurch für den Kunden Kosten entstehen.

Krankenkasse bezahlt Basisversorgung

Die Krankenkassen zahlen allerdings nur die Basisversorgung vollständig, also Geräte, die ausreichend sind, um ein normales Gespräch zu führen. Hat der Patient andere Bedürfnisse, dann gibt es technisch aufwendigere, zuzahlungspflichtige Lösungen. Sinnvoll ist es, bei der Anpassung mit dem einfachsten Gerät zu beginnen und sich bei Bedarf in die teureren Kategorien "hochzuarbeiten“.

Top- und Basismodelle

Im Fall der angesprochenen "Hörstudien" liegt der Verdacht nahe, dass die Testpersonen die Topmodelle ausprobieren "dürfen“. Erleben sie dann den Unterschied zum Basismodell, sind sie eventuell enttäuscht und vermutlich leichter dazu bereit, gegen Aufpreis das teurere Gerät zu erwerben.

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