Kaffeeanbieter im Ethik-Test

Nicht mehr im Schatten

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Konsument 9/2006 veröffentlicht: 18.08.2006

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  • Sonnenplantagen verdrängen den traditionellen Schattenanbau
  • Wie Eduscho, Jacobs & Co auf die Herausforderung reagieren
  • Fairer Handel als Alternative

Zwischen 1997 und 2001 fielen die Kaffeepreise um nahezu 70 Prozent, inflationsbereinigt auf das niedrigste Niveau seit 100 Jahren. Für die 25 Millionen Menschen, die mit Kaffeeanbau ihren Lebensunterhalt bestreiten, verheerend: Sie waren gezwungen, den Kaffee mit Verlust zu verkaufen. Im Jahr 2000 lebten 61 Prozent der Bevölkerung von kaffeeproduzierenden Gemeinden unter der Armutsgrenze.

Schwere Konsequenzen

Die Folge waren Unterernährung und schlechtere Schulbildung, weil viele Familien ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken konnten. Unzählige Landarbeiter verloren ihre Arbeit, viele emigrierten – ohne Perspektive – in die Stadt oder ins Ausland.

Geringer Anteil am Geschäft

Seit 2002 steigen die Kaffeepreise wieder, doch die Produzentenländer bekommen einen immer kleiner werdenden Anteil an den Einnahmen. Hatte er 1992 noch 33 Prozent des Preises im Supermarkt betragen, so schrumpfte die Quote binnen zehn Jahren auf zehn Prozent. Ursache dafür sind Spekulationsgeschäfte – viele Investoren wechselten in den lukrativeren Erdölmarkt –, vor allem aber das Auftreten neuer Billigproduzenten: Besonders in Vietnam und Brasilien geht der Trend Richtung riesige Kaffeeplantagen mit modernster Ausstattung, die die teurer produzierenden Kleinbauern verdrängen.

Kleine Strukturen

Das könnte Millionen Menschen ihrer Existenzgrundlage berauben. Denn die Kaffeeproduktion war bis zuletzt arbeitsintensiv und kleinstrukturiert. Im Jahr 2000 kamen 70 Prozent der Betriebe mit einer Anbaufläche unter 10 Hektar aus, nur 15 Prozent waren Plantagen über 50 Hektar.


 

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