Kunde König: Urlaub

Die Welt ist ein gefährlicher Ort

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Konsument 2/2005 veröffentlicht: 17.01.2005, aktualisiert: 28.01.2005

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Ein satirischer Kommentar von Alois Grasböck.

Jeder Urlaub kann tragisch enden

Nach der furchtbaren Flutkatastrophe in Südostasien weiß jeder, dass ein Urlaub tragisch enden kann. Fernreisen wird es dennoch weiterhin geben, und die meisten Reisenden werden, wenn überhaupt, mit kleineren Problemen kämpfen, die jedoch auch ihre Tücken haben.

Warum reist man?

Weil man einmal etwas anderes erleben will. Leider kann man sich nicht immer aussuchen, was einem begegnet. Ein bekanntes Beispiel ist die Darmflora, die von Kontinent zu Kontinent recht unterschiedlich blüht. Was zur Folge haben kann, dass man nach einer exotischen Grillwurst den Rest des Urlaubs mit einem intensiven Studium der Sanitäranlagen verbringt.

Erfahrene Reisende bekämpfen solche Gefahren gern mit Hausmitteln, etwa indem sie vor und nach jeder Mahlzeit einen tüchtigen Schluck Whisky zu sich nehmen. Das hilft, zumindest so lange, bis ein Fall eintritt, in dem es nicht hilft. Bei der Vermeidung von Kontakten, die ein statistisches Aids-Risiko von 50 Prozent enthalten, kann sich Alkohol sehr kontraproduktiv auswirken.

Die Globalisierung hat dazu geführt, dass viele Orte auf der Erde ähnlich aussehen, besonders die Hotels.

Mögliche Gefahren

Das wahre Abenteuer besteht in den möglichen Gefahren, wobei es Stimmen gibt, die behaupten: Das Gefährlichste an einer Afrika-Reise sind die Medikamente, die man vorbeugend in den Körper pumpt. Umgekehrt kann die Malaria eine Fernreise wirklich unvergesslich machen, aber zum Erinnern ist ein Video angenehmer.

So oder so: Die Welt ist ein gefährlicher Ort, und wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Und wenn einer beklagt, dass "überhaupt nix los war" – das kann auch ein Glück sein.

Alois Grasböck

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