Kunde König: Wie Ölkonzerne wirklich sind

Tanker auf dem Weg

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Konsument 12/2005 veröffentlicht: 11.11.2005

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Ein satirischer Kommentar von Alois Grasböck.

Volle Tanker

Wie stellt sich der kleine Maxi einen Ölkonzern vor? Nun, da sind vor allem die Tanker, die auf der Herfahrt mit Öl gefüllt sind und auf der Rückfahrt mit Geld. Tankerunfälle passieren leider immer nur mit Öl, von einer Geldpest wurde noch nie ein Strand verseucht.

Von seinen Eltern weiß der kleine Maxi, dass die Ölkonzerne beinhart abkassieren. Da gibt es kein Entkommen. Als sein Papa den Benzin-Polo verkauft hat und auf Alternativenergie umgestiegen ist (einen Diesel mit drei Liter Hubraum), haben die Ölkonzerne sofort reagiert und den Dieselpreis sprunghaft erhöht.

Ansteckendes Virus

Gefährlich ist der Ölpreis, weil er andere Preise mit dem Erhöhungsvirus ansteckt. Das sieht man am besten im Tankstellenshop. Die Mama jammert beim Einkaufen immer, weil dort die Sachen fast doppelt so teuer sind.

Die Ölkonzerne sind so raffiniert, weil sie Raffinerien haben. Dort wird das Rohöl mit den Steuern vermischt. Und mit den Ausreden, warum der Treibstoff so teuer sein muss. Meistens wird dem Dollarkurs die Schuld gegeben. Oder den Chinesen, weil die nicht mehr mit dem Rad fahren wollen.

Land der Berge

In Österreich muss der Sprit aber auch deshalb teuer sein, weil das Land so gebirgig ist und sich die Tankwagen ganz schwer tun, durch das unwegsame Gelände zu den Tankstellen zu kommen. Das könnte allerdings wahr sein, denkt sich der kleine Maxi. Warum sonst hätte sich sein Papa einen Geländewagen kaufen müssen?

Wenn sich zu Weihnachten die neue Schiausrüstung nicht ausgeht, sagt Papa, kann sich der Maxi bei den Ölkonzernen bedanken. Das werde ich ganz bestimmt nicht tun, sagt der Bub. Ich bin ja kein Dankwart.

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Bild: VKI