Kundenkarten im Test: wenig Bonus für viel Info

Spione im Einkaufskorb

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Konsument 6/2009 veröffentlicht: 05.06.2009

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  • Kundenkarten bringen Kunden wenig
  • Klarer Profiteur ist der Einzelhandel
  • Private Daten werden leichtfertig preisgegeben
  • Richtig schön prall sind die heimischen Geldbörsen in den letzten Jahren geworden, wenn auch nicht gefüllt mit Geld­scheinen, sondern mit Kundenkarten aller Art: Drei von vier Österreichern haben mindestens eine, im Schnitt sind es sogar fünf Stück. Am häufigsten kommen sie im Lebensmittelhandel und in Drogerien zum Einsatz, aber auch Baumärkte und der ­Möbelhandel setzen auf die Kundenbindung per Karte.

    Bekanntgabe persönlicher Daten

    In den Geschäften werden sie offensiv beworben ("Haben Sie schon eine? Möchten Sie eine?"). So lassen sich immer mehr Käufer weichklopfen, um gegen Bekanntgabe ihrer persönlichen Daten von den vielen Vorteilen zu profitieren: Rabatte ent­weder bei jedem Einkauf oder am Ende ­eines bestimmten Zeitraums, oft auch abhängig vom Umsatz; Bonuspunkte, die zum Erwerb ermäßigter oder exklusiver Waren berechtigen; Extra-Services oder Aktionsangebote speziell für Clubkarteninhaber ... Die Herangehensweise ist unterschiedlich, das Werbeziel gleich: Wer mit Kundenkarte kauft, kauft billiger.

    Sichere Trümpfe: Geiz und Gier

    Eine Kundenkarte, die – mit Ausnahme von ­Tchibo/Eduscho und der Parfümeriekette Douglas – nichts kostet und für alle den Einkauf ­billiger machen soll? Das sollte skeptisch stimmen. Denn umsonst ist bekanntlich nichts im Leben, auch nicht die Kundenkarte. Wie sich bei genauerer Betrachtung zeigt, ist der Handel der eigentliche Gewinner des Kartenspiels. So werden die Rabatte hier und Boni da manchmal durch höhere Preise „erkauft“, erst durch den Kartennachlass geht der Preis wieder auf das marktübliche Niveau zurück.

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