Leserreaktionen: Geplante Schwachstellen

Obsoleszenz - viel Schrott, viel Ärger

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KONSUMENT 4/2013 veröffentlicht: 21.03.2013

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Unser Artikel über geplante Obsoleszenz, also eingebaute Schwachstellen in Produkten (siehe KONSUMENT 2/2013), hat eine wahre Lawine an Rückmeldungen ausgelöst. Hunderte Leserinnen und Leser haben uns – z.B. via E-Mail oder unser Forum – ihre zumeist leidvollen Erfahrungen mitgeteilt.

Unterschiedliche Bereiche und Phänomene

Der Begriff Obsoleszenz umfasst ja sehr ­unterschiedliche Bereiche und Phänomene – dementsprechend vielfältig sind auch die Berichte der Betroffenen. Als klassisch kann man den Plastikbottich mit eingegossenem Lager in der Waschmaschine bezeichnen, oder die vielen Fälle, bei denen dünne Plastikteile einer ständigen Beanspruchung unter­liegen, zum Beispiel beim Startknopf eines Wäschetrockners. Haushaltsgeräte im All­gemeinen, Waschmaschinen im Speziellen, gelten als typisch obsoleszente Produkte.

Lampen, Espressomaschinen, TV-Geräte, elektrische Zahnbürsten

Getoppt werden sie allerdings von den Druckern oder Multifunktionsgeräten. Das ist jedenfalls jene Produktsparte, die von unseren Lesern am häufigsten genannt wird. Aber auch ­andere Produkte aus dem IT-Sektor, PCs und Laptops, nicht zu vergessen Handys, finden sich unter den viel Kritisierten. Die Palette geht aber weit darüber hinaus: Lampen sind ebenso betroffen wie Espressomaschinen, TV-Geräte, elektrische Zahnbürsten und nicht zuletzt Autos. Auch Strumpfhosen, bei denen heutzutage viel schneller Maschen laufen als früher, geben Anlass für Ärgernis und Verdacht auf geplante Obsoleszenz (also die bewusste Verkürzung der Produkt-Lebensdauer).

Top: Ärger mit Druckern

Warum gerade Drucker? Weil sie häufig nach zwei bis drei Jahren irreparable Fehler aufweisen, obwohl die Benutzer immer brav Originalpatronen verwendet haben. Oder weil Tintenpatronen bzw. Laserkartuschen einen Zählchip eingebaut haben, welcher nach einer bestimmten Anzahl von Aus­drucken jeden weiteren Betrieb verhindert. Dass der Hersteller dies mit der Gefahr von Produktschädigungen oder der Vermeidung schlechter Druckqualität rechtfertigt, will ­Canon-Kunde Ing. Reinhard Pecka nicht ­gelten lassen. „Das sieht jeder Kunde selbst, auch ohne Zwangszählung, und ein Defekt wegen leerer Patrone ist technisch unmöglich.“ Dass es im Gegensatz zu den Canon-Geräten auch ohne Zählchip gehe, so der Leser, „zeigt mein schon viel älterer Laserdrucker von Brother“.

Immer wieder schlechte Erfahrungen

Das Vertrauen in die Industrie schwindet ­generell, wenn Konsumenten immer wieder schlechte Erfahrungen machen. "Ich habe mir einen Indesit-Waschtrockner gekauft", berichtet Mag. Gabriele Zartl, "kurz nach Ablauf der Garantie lief er nicht mehr so ­richtig. Die Programme bleiben jetzt ständig hängen. Ich werde mir wohl einen neuen kaufen, schiebe diese Entscheidung aber schon lange vor mir her, weil ich nicht weiß, welche Marke vertrauenswürdig ist."

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Bewertung

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7 Stimmen

Kommentare

  • Langzeit-Tests
    von Markus1980Wien am 24.04.2013 um 21:10
    Im Konsument 5/2013 schreiben Sie dass Tests der Langlebigkeit sehr aufwendig sind, und in Branchen in denen es häufig zu Produktwechseln kommt erst geliefert werden könnten, wenn das Nachfolgemodell bereits auf dem Markt sind, und sie aus diesem Grund nur Langzeit-Tests durchführen wo dies möglich und sinnvoll ist. Hier nun mein Vorschlag: Veröffentlichen Sie Langzeit-Testergebnisse für alte Geräte einfach wenn sie ein neues Gerät des gleichen Herstellers testen. In etwa so: "Die drei zuletzt getesteten Drucker der Firma XY hielten im Durchschnitt 5.603 Seiten, bzw. 3.7 Jahre) So hätte der Kunde die Möglichkeit Firmen zu meiden, deren Produkte statistisch gesehen schnell kaputt gehen.
  • Teppichklopfer von Dyson, Type: A 66771
    von Malowan80 am 10.04.2013 um 11:03
    Mein Dyson-Teppichklopfer hat offenbar eine Sollbruchstelle: Die Bürstenwalze dreht sich nach 5 Jahren nicht mehr. Schwachstelle ist ein Keilriemen, welcher sich lockert. Das Gerät ist davon abgesehen funktionstüchtig. Reparatur durch Hersteller abgelehnt.
  • Abwimmeln "historisch"
    von hkoe am 21.03.2013 um 17:03
    Das Abwimmeln von Kundenreklamationen habe ich schon vor Jahren bei Miele erlebt. Ich wollte auf ein unzureichendes, zu großmaschiges Abflußsieb einer Geschirrspülmaschine hinweisen, nachdem ein versehentlich mitgewaschener Zitronenkern die Abwasserpumpe verstopfen wollte. Ich glaubte es fehle ein Bestandteil. Von oben herab, als wollte ich einen VW-Käfer bei Mercedes reparieren lassen, teilte man mir ungefähr mit, es gebe keine Fehler an Mieleerzeugnissen. Darauf baute ich selbst ein feinmaschiges Teesieb ein und habe seither keine Probleme mehr. Ein Freund erzählte mir lachend, er hätte Gleiches erlebt und ebenfalls selbt gehandelt. Leider glückt das nicht jedem. H.Köhler
Bild: VKI