Medikamente: Schlafkrankheit und Damenbart

Weg vom Markt, neu auf dem Markt

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Konsument 4/2006 veröffentlicht: 27.03.2006, aktualisiert: 29.03.2006

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Wenn in Afrika ein gutes Medikament nicht den gewünschten Umsatz bringt, wird es vom Markt genommen und in Europa verkauft. - Ein Kommentar von Konsument-Redakteur Mag. Peter Blazek.

Schlafkrankheit und Damenbart

Konsument-Redakteur Peter Blazek

Konsument-Redakteur
Peter Blazek
pblazek@konsument.at

Da wird ein wirksames und gut verträgliches Mittel gegen Schlafkrankheit in Afrika vom Markt genommen (Eflornithin), weil es sich wirtschaftlich nicht rechnet. Gleichzeitig kommt man durch Zufall drauf, dass derselbe Wirkstoff auch das Haarwachstum hemmt und bringt es in den reichen Ländern als Creme gegen Damenbart auf den Markt (© BUKO Pharma-Kampagne 2004).

Werbung für Pillen, Kapseln

Die Pharmabranche wird wahrlich nicht von übermäßigen Skrupeln geplagt. Mit sündteuren Werbekampagnen will sie uns weismachen, dass man jede noch so kleine Unzulänglichkeit mit Pillen, Kapseln oder Cremen bekämpfen muss. Wäre es nicht sinnvoller, die Unsummen, die dabei verschleudert werden, dafür zu verwenden, Medikamente gegen die „vernachlässigten Krankheiten“ in der Dritten Welt zu entwickeln und preisgünstig anzubieten?

Aber da verlangen wir wohl zu viel. Wo es doch eine einfache Lösung gäbe, ohne die Pharmakonzerne zu belasten: Warum kaufen die da unten in Afrika nicht einfach Haarentfernungscreme zur Behandlung ihrer Schlafkrankheit?

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