Palmöl

Raubbau im Regenwald

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KONSUMENT 9/2013 veröffentlicht: 29.08.2013

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Der Verbrauch von Palmöl ist in den letzten Jahren in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie stark angestiegen. Mit katastrophalen Auswirkungen auf Regenwälder und die dort lebenden Menschen.

Wir streichen es auf unsere Brote und cremen uns damit ein: Die Zahl der Produkte, die Palmöl enthalten, ist stark angestiegen. Der Verbrauch von Palmöl verdoppelte sich in den letzten zehn Jahren auf 30 Millionen Tonnen. Der größte Anteil wird für Nahrungsmittel verwendet (71 %), gefolgt von Kosmetika und Waschmitteln (24 %).

Palmöl als Grundstoff für Margarine, Tiernahrung oder Seifen

Das Öl wird als Grundstoff für Margarine, Schoko­lade, Tiernahrung oder Fertiggerichte verwendet sowie für Seifen und Lotionen. ­Zunehmend kommt Palmöl auch bei der Herstellung von Biodiesel zum Einsatz.

Weltweit ist Palmöl das billigste und am meisten verwendete Pflanzenöl, 32 % des globalen Bedarfs werden damit gedeckt. Das hat Nebenwirkungen: Da Ölpalmen fast ausschließlich dort wachsen, wo sonst Regenwälder gedeihen, fallen Millionen Hektar an Regenwäldern der Palmölindustrie zum Opfer.

Anbauflächen werden kontinuierlich erhöht

83 Prozent des global gehandelten Palmöls kommen aus den südostasiatischen Ländern Indonesien und Malaysia. In Indonesien ­wurde die Anbaufläche für Ölpalmen in den letzten 30 Jahren kontinuierlich erhöht: Von 0,6 Millionen Hektar im Jahr 1985 auf drei Millionen Hektar im Jahr 1999 bis auf rund sieben Millionen Hektar im Jahr 2010. Anträge auf die Umwandlung weiterer 20 Millionen Hektar sind gestellt: Diese Fläche entspricht in etwa der Fläche der noch unberührten Regenwälder Indonesiens oder fünfmal der Fläche der Schweiz.

Hohe CO2-Emissionen beim Plantagenbau

Mit der Entwicklung der Plantagenflächen sind extrem hohe CO2-Emissionen verbunden: Um eine Plantage anlegen zu können, wird zuerst der Urwald abgeholzt und der Rest brandgerodet. Die kohlenstoffreichen Torfböden werden entwässert, das darin gespeicherte CO2 entweicht in die Atmosphäre. Die Folge: Indo­nesien ist bereits für ca. acht Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich und steht damit hinter China und den USA an dritter Stelle.

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Bewertung

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6 Stimmen

Kommentare

  • Palmfett in nahezu allen Süßigkeiten
    von Haselgruber am 12.04.2016 um 16:36
    Ich habe heute im Supermarkt eine Packung "Kastner Dinkel-Butterkekse" gesehen. Und Überraschung: auf der Zutatenliste steht Palmfett vor!! Butter. In sämtlichen Manner-Schnitten, usw. ist Palmfett drin. Die einzigen Kekse ohne Palfett sind die Leibnitz Butterkekse. Das ist ja schrecklich!
  • Bio-Palmöl
    von REDAKTION am 09.12.2013 um 17:06
    Am besten ist es natürlich auf Palmöl-Produkte überhaupt zu verzichten. Bio-Palmöl ist konventionell hergestelltem Palmöl in jedem Fall vorzuziehen. Auch wenn da und dort Missstände bekannt werden. Über ähnliche Vorfälle bei konventioneller Anbauweise würde gar nicht berichtet werden - da sie alltäglich sind. Generell darf man nicht glauben, dass mit der Zertifizierung eines Produktes oder eines Unternehmens alle Probleme aus der Welt geschafft werden. Aber die Voraussetzungen dafür, dass Missstände erkannt und bewältigt werden, sind ungleich besser als bei konventioneller Produktion. Ihr Konsument-Team
  • Bio-Palmöl ist vertrauenswürdig?
    von abreuer am 08.12.2013 um 10:05
    Alnatura, Demeter, Rapunzel, Allos... kauf ich seit Jahren. Doch nun bin ich über diese Reportage gestolpert, die haarsträubende Praktiken von Daabon in Kolumbien zeigt. https://www.youtube.com/watch?v=BqkZqp3Ey6c Ich bin jetzt verunsichert. Die Vertreibung von Kleinbauern durch Konzerne kann und will ich keinesfalls unterstützen! Was kann man denn bitte noch mit gutem Gewissen kaufen?
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo