Pfefferproduktion

Scharfer Preisdruck

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KONSUMENT 2/2012 veröffentlicht: 19.01.2012

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Pfeffer ist eines der begehrtesten Gewürze der Welt. Doch die Arbeitsbedingungen der Pfefferfarmer in den Anbauländern lassen zu wünschen übrig.

In den letzten Jahrzehnten ist die Welt­produktion von Pfeffer um ein Vielfaches ­gestiegen, auf über 280.000 Tonnen pro Jahr. Hauptproduzenten sind die südostasiatischen Länder, allen voran Vietnam, Indien und Indonesien. Etwa seit der Jahrtausendwende gilt Vietnam als Hauptexporteur von schwarzem Pfeffer, der Marktanteil hat sich sogar auf etwa ein Drittel erhöht (Handels­volumen 90.000 Tonnen).

Den zweiten Platz nimmt Indien ein (50.000 Tonnen), gefolgt von Brasilien und Indonesien. Produktion, Handelsvolumen und Preis von Pfeffer unterliegen allerdings sehr starken Schwankungen, die das Gewerbe zu einem sich rasch ändernden und unvorhersehbaren Geschäft machen. Berichte aus den Anbaugebieten – wie jener der unabhängigen dänischen Organisation DanWatch – zeigen, dass vor allem die einfachen Pfefferbauern unter diesen Bedingungen leiden.

Schlechte Arbeitsbedingungen in Indonesien

         Bild: danwatch.dk
    Kleinbauern müssen
    ihr Land aufgeben und
    als Tagelöhner arbeiten.

Auf der indonesischen Insel Bangka wird seit Jahrzehnten weißer Pfeffer angebaut. Auch hier ist der Pfefferanbau ein riskantes Geschäft, da die Preise extrem schwanken und Ernteverluste sich aufgrund von Pflanzen­seuchen häufen.

Für viele Menschen auf Bangka reicht der Pfefferanbau zum Über­leben nicht aus. Sie müssen zusätzlich auf den Feldern anderer Bauern oder im Zinnbergbau arbeiten, um ihre Familien ernähren zu können. Die Pfefferfarmer stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den örtlichen Einkäufern, die ihnen Dünger und Preisinformationen zukommen lassen. Pestizide werden nach Gutdünken eingesetzt, viele Farmer tragen Vergiftungen davon. Die Erde ist durch den exzessiven Gebrauch von Chemikalien bereits so ausgelaugt, dass es zusätzlich zu Ernte­verlusten kommt. Biologischer Anbau oder fairer Handel sind hier unbekannt.

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Kommentare

  • Fairtrad - Pfeffer
    von haribobo am 26.01.2012 um 15:36
    Ich war 27 Jahre in einer Industriefirma die Gewürze für Fleisch und Wurst verarbeitet.Es wurden hier so um die 60 Tonnen Pfeffer jährlich verarbeitet.Es wurde nicht der geringste Gedanke verschwendet wie dieser Pfeffer auf den Markt gekommen ist.Das wichtigste bei diesen Geschäften war 1.der Preis( das wichtigste Kriterium),2.die Qualität(wieviel ätherische Öle sind enthalten, ansonsten mußte mit der noch teureren Chemie nachgeholfen werden) Durch ständiges Suchen nach billigster Ware wurden auch so manche Schätze wie Steine, rostige Nägel,zahlreiche verschiedene Schrauben,Stroh,Kot von Tauben oder Hühnerentdeckt. Der Pfeffer wurde zwar maschinell Gereinigt durch Seperatoren und Siebe und anschließend gemahlen oder geschrottet.Ich habe in meiner aktiven Zeit sehr viel mit der Qualität des Pfeffers erlebt und das alles nur wegen der ständigen Preisdrückerei
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