Post: Briefzustellung nicht angekommen

Plötzlich unzustellbar

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KONSUMENT 3/2014 veröffentlicht: 27.02.2014

Inhalt

Die Zitrone: Briefe mit unvollständigen Adressangaben gehen neuerdings postwendend retour. Rationalisierung eben.

Unlängst erreichte uns ein Schreiben, adressiert an "KONSUMENT, Mariahilferstraße 81". Das hätte eigentlich gar nicht vorkommen dürfen. Laut den aktuellen Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Österreichischen Post AG gelten nämlich Briefe, "deren Abgabestelle ungenau oder unvollständig angegeben ist“, als unzustellbar und werden an den Absender retourniert.

Genaue Adresse nötig

Das bedeutet, dass bis hin zur genauen Türnummer zwingend sämtliche Angaben vorhanden sein müssen, sonst werden die Sendungen spätestens in der Zustellbasis aussortiert. Während der Absender des an uns gerichteten Briefes wohl aufgrund der Bekanntheit unseres Testmagazins Glück hatte, machten in den vergangenen Wochen etliche Postkunden eine andere Erfahrung. Sie erhielten plötzlich Briefe als unzustellbar zurück, obwohl sie seit Jahren unverändert dieselbe Anschrift verwendeten.

Post bedauert

Beim Kundenservice der Post bedauert man zwar die Verärgerung der Betroffenen, meint aber: „Täglich werden von der Österreichischen Post AG an die sieben Millionen Sendungen bewegt und zugestellt, und wir bitten um Verständnis, dass wir unvollständige Anschriften in den meisten Fällen nicht ergänzen können. Wo der Empfänger einer unvollständig adressierten Sendung zu finden ist, weiß zumeist der Stammzusteller.“ Eben! Der angestammte Zusteller, der wie jeder arbeitende Mensch auch nur 5 von 52 Wochen im Jahr zwecks Urlaubs vom Dienst abwesend ist, wüsste es ja. Aber er bekommt keine Chance, kundenfreundlich zu agieren, weil solche Briefe meist gar nicht mehr zu ihm vordringen.

Kundennähe schwindet durch Rationalisierung

Bei näherer Betrachtung ist man unschlüssig, ob die Zitrone der Post gebührt oder vielleicht eher dem Zug der Zeit, der nach Rationalisierung und Einsparung schreit und die ehemaligen Briefträger, die in ihrem Rayon die Post ausgetragen haben und noch Bezug zu den dort lebenden Menschen hatten, zu reinen Zustellern gemacht hat, welche ihren Dienst nach Vorschrift erledigen.

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Kommentare

  • Kundenservice der Post?
    von RomanM. am 27.02.2014 um 14:40
    Der ist doch nur Augenauswischerei! Bei uns werden Poststücke nur mehr gesammelt zugestellt, alle 2-3d. Da ich geschäftlich und auch privat viele Sendungen erhalte und in Kontakt mit den Versendern bin habe ich dies auch beim "Kundenservice" urgiert. Die Antwort: Die Poststücke werden wie gehabt jeden Tag zugestellt, aber man will bei der zuständigen Zustellbasis darauf aufmerksam machen. Ergebnis: Es änderte sich auch weiterhin nichts! Nun, ich wandte mich abermals an das "Kundenservice", die Antwort diesmal: Es wird getan was menschenmöglich ist aber der Stammzusteller meines Rayons ist auf Urlaub, die Vertretung kann natürlich nicht wissen wer genau wo wohnhaft ist. Ich hatte nämlich zusätzlich angemerkt das wir Sendungen erhalten haben für Personen die schon mehr als 10 a verzogen sind. Diese wurden auch mit diesem Hinweis auf die Hausbrieffachanlage gestellt damit der Zusteller sie wieder mitnehmen und entsprechend behandeln kann. Aber weit gefehlt! Sie standen dort eine Woche lang ohne Beachtung von diesem zu finden! Eines sei noch geklärt, für jeden Rayon gibt es eine sogenannte Gangordnung in der sowohl die Abgabestellen wie auch die Bewohner vermerkt sind. Diese wird in der Regel up-to- date gehalten, ein Blick in diese befähigt jede Urlaubsvertretung zu erkennen wie Sendungen zugestellt werden sollen. Die Ausrede mit Urlaubsvertretung etc. ist daher nichtig. Geändert hat sich wie bereits erwähnt trotzdem nichts. Offiziell wird jeden Tag zugestellt, die Tatsachen sehen aber anders aus.
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