Rauchfangkehrer: Leser berichten

Heißer Zorn

Seite 1 von 4

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 5/2013 veröffentlicht: 25.04.2013

Inhalt

Bei der schwarzen Zunft sehen viele Leserinnen und Leser rot. Eine Auswahl an Reaktionen auf unseren Aufruf nach Erfahrungsberichten mit Rauchfangkehrern. Dem oft geäußerten Wunsch nach ­Anonymität sind wir generell nachgekommen.

Niedrigenergiehaus und Pelletskessel

Wir wohnen seit 2007 in unserem neu gebauten Niedrigenergiehaus und haben eine Pellets­heizung mit Solarunterstützung. Zusätzlich ist im Wohnzimmer noch ein Kachelofen mit Stückholz installiert, den wir in der Übergangszeit teilweise in Verwendung haben. Die Solar­anlage ist so groß dimensioniert, dass wir den Pelletskessel ca. von Mitte März bis Ende ­November ausgeschaltet lassen können (Warmwasser und Heizung mit Solar). Die ersten Jahre hat der Kaminkehrer immer im Herbst (Nov.) und im Frühjahr (März) die Rauchfänge und den Pelletskessel gereinigt.

Da die Anlage aber von März bis November nicht in Betrieb war, ist die Reinigung immer nach ca. 4 bis 5 Minuten erledigt gewesen! Verrechnet wurde eine volle Reinigung der beiden Kamine + Pelletskessel. Bei unserem Vissmann Pelletskessel wird die Reinigung nach 4000 kg verbrauchter Pellets vorgeschrieben. Unser Jahresverbrauch seit 2007 liegt bei ca. 1300 kg/Jahr. Ergibt einen Reinigungsintervall lt. Hersteller alle 3 Jahre! Nach mehreren ärgerlichen Telefonaten mit dem Rauchfangkehrer-Betrieb und ­Belehrungen darüber, dass ein Pelletsofen eigentlich gesetzlich viermalig im Jahr gereinigt werden muss, sind wir so ver­blieben, dass wir den Ofen selbst reinigen (das ­haben wir zusätzlich sowieso bereits vorher erledigen müssen aufgrund mangelnder Reinigung durch den Rauchfangkehrer) und die Kamine nur im Herbst ­gereinigt werden.

Letztes Jahr ist der Rauchfangkehrer nur einmal gekommen, hat dafür aber statt 19,17 € (ohne MwSt.) 28,50 € pro Ofenrohr verlangt. Das ist eine Steigerung um 48 Prozent. Super, oder? Uns würde ­interessieren, ob diese Praktiken rechtens sind und ob sich bei diesem ­Monopol der Rauchfangkehrer in nächster Zukunft was ändert?

Geschützte Werkstätte

Frage mich des Öfteren, warum vier Keh­rungen der Rauchfänge pro Jahr zwingend erforderlich sind. Nicht nur aus meiner Sicht, sondern auch vom angestellten ­Kaminkehrer (nicht vom Chef!) wird dies kritisch hinterfragt. Zwei Mal pro Jahr ­wären mehr als ausreichend und damit auch ein geringeres Entgelt. Für mich ist die geltende Kehrordnung überholt und dient ausschließlich der Geldmacherei – ich bezeichne diesen Geschäftszweig ­immer als „geschützte Werkstätte“. Seit vermehrt zentrale Biomasseanlagen ­gebaut wurden und damit keine Zentralheizungen mehr erforderlich waren, sind dem „Kaminer“ die Kunden zuhauf abhanden gekommen.

Auch die Technik bei den „Fängen“ hat sich im Laufe der Zeit verbessert, diese wurden immer hochwertiger, sodass Kaminbrände immer seltener werden. Um sein bisheriges Salär jedoch weiterhin zu erhalten, werden den verbleibenden Kunden die höchstmög­lichen Tarife verrechnet.

Die folgenden Seiten dieses Artikels sind kostenpflichtig.

Falls Sie Abonnent sind, melden Sie sich bitte an:
 
Falls Sie kein Abonnent sind, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen:

KONSUMENT-Abo

52 Euro: 12 Hefte + Online-Zugang  Mehr dazu

KONSUMENT-Online-Abo

25 Euro: 12 Monate Online-Zugang  Mehr dazu

Online-Tageskarte

5 Euro: 24 Stunden Online-Zugang  Mehr dazu

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
5 Stimmen

Kommentare

  • Einsichtiger Rauchfangkehrer
    von strawerpe am 15.07.2014 um 15:42
    Ich muss meinen Rauchfangkehrer loben. Ich besitze seit 15 Jahren eine Wärmepumpe. Den alten Holzkessel heize ich einige Male pro Jahr an. Außerdem besitze ich einen Tischherd. Mein Rauchfangkehrer kehrt bei mir alle 2 Monate einen von 2 Kaminen. Das ist meines Erachtens gerechtfertigt und meinem Rauchfangkehrer muss ich weniger bezahlen. Für mich ist das ein gutes Service am Kunden.
  • Ärger mit Rauchfangkehrern
    von Kmonicek am 02.05.2013 um 14:24
    Wir wohnen in einem Haus mit 5 Eigentümern, Gasthermen-Heizung, der Rauchfangkehrer hat 4 Kehrtermine pro Jahr, von denen er an einem Termin im Mai - er nennt es die Hauptkehrung - tätig wird, auf das Dach steigt und den Kamin kontrolliert, dafür zahlen wir pro Jahr € 272,24. An den übrigen 3 Kehrterminen läuft er durch die Straße, läutet manchmal an und teilt mit, dass nichts zu machen ist. Diese Kehrordnung ist wohl nicht mehr zeitgerecht und nur mehr erklärbar, dass einiges in Österreich noch aus Monarchiezeiten stammt.
Bild: VKI