Reparieren im R.U.S.Z.

Weg vom Wegwerfen

Seite 1 von 6

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 4/2013 veröffentlicht: 21.03.2013

Inhalt

R.U.S.Z, das Reparatur- und Service-Zentrum in Wien, ist ein Vorzeige­betrieb in Sachen Sozialwirtschaft und Nachhaltigkeit. KONSUMENT hat es besucht und seinen Geschäftsführer Sepp Eisenriegler gesprochen.

Reparatur- und Service-Zentrum R.U.S.Z

Im Reparatur- und Service-Zentrum R.U.S.Z in Wien-Penzing herrscht eine familiäre ­Atmosphäre: Soeben wird ein Techniker mit Umarmung und den Worten „Liebe Grüße an deine Familie“ vom Geschäftsführer höchstpersönlich verabschiedet.

„Ich bin als Chef auch Vertrauensperson für meine ­Mitarbeiter, die wissen, dass sie jederzeit mit ihren Sorgen zu mir kommen können“, erzählt Sepp Eisenriegler, der das R.U.S.Z 1998 als sozialökonomischen Betrieb gegründet und 2007 privatisiert hat. Die Mit­arbeiter, zurzeit 19 an der Zahl, sind ehe­malige Langzeitarbeitslose, die hier zu ­Spitzentechnikern ausgebildet wurden.

„Länger nutzen statt öfter kaufen“

So lautet das Mission Statement des R.U.S.Z. Den Anstoß für die Gründung gab die Begegnung Eisenrieglers mit einem Kundendiensttech­niker, der seinen Geschirrspüler reparieren sollte: „Das Urteil des Technikers lautete, das Gerät sei älter als fünf Jahre, daher zahle sich eine Reparatur nicht mehr aus. Ohne das Gerät auch nur berührt zu haben.“

Eisen­riegler dachte nicht daran, den Kundendienstmitarbeiter so leicht davonkommen zu lassen und überredete ihn, sich den Geschirrspüler genauer anzusehen. Und siehe da: Das einzige Problem war ein verstopfter Schlauch, der ausgeblasen werden musste. Der Geschirrspüler funktioniert heute, nach 15 Jahren, immer noch.

Geburtsstunde von R.U.S.Z

„Damals beschloss ich, den Kundendiensten, die als verlän­gerter Arm der Verkaufsabteilung agieren, etwas entgegenzusetzen – nämlich seriöse Reparaturdienstleistungen“, erzählt der kämpferische Wiener. Das war die Geburtsstunde von R.U.S.Z; ein Jahr später folgte, um der großen Nachfrage gerecht zu werden, das Reparaturnetzwerk Wien. „Ressourcenschonung und -effizienz ist unser übergeordnetes Ziel“, so Eisenriegler. „Jedes Kind kapiert, dass unser Planet nur begrenzt Ressourcen zur Verfügung hat. Es wird Zeit, dass das auch konservative Ökonomen wahrhaben.“

Die folgenden Seiten dieses Artikels sind kostenpflichtig.

Falls Sie Abonnent sind, melden Sie sich bitte an:
 
Falls Sie kein Abonnent sind, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen:

KONSUMENT-Abo

52 Euro: 12 Hefte + Online-Zugang  Mehr dazu

KONSUMENT-Online-Abo

25 Euro: 12 Monate Online-Zugang  Mehr dazu

Online-Tageskarte

5 Euro: 24 Stunden Online-Zugang  Mehr dazu

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
12 Stimmen

Kommentare

  • Auf weitere Städte ausdehnen
    von 0809brigitte am 06.03.2014 um 07:37
    Es wäre wunderbar, wenn so ein Angebot auf weitere Städte (Linz, Graz, Salzburg) ausgedehnt werden könnte! Hätten wir nicht einen HTL-Absolventen in der Familie, hätten wir schon oft Haushaltsgeräte wegwerfen müssen, die aufgrund winziger Obsoleszenz-Schäden plötzlich nicht mehr funktionierten. Beide Daumen hoch für so ein großartiges Angebot, das nicht nur die Lebensdauer von Geräten enorm verlängert, sondern endlich auch Langzeitarbeitslosen wieder Mut und Beschäftigung gibt!
  • Wunderdinge können auch sie nicht vollbringen
    von ausflügler am 23.03.2013 um 09:57
    Der zur Reparatur gebrachte DVD Rekorder konnte auch von ihnen nicht repariert werden, obwohl bei der Annahme der Eindruck erweckt wurde und €40.- gleich kassiert wurden. Nach mehreren Urgenzen wegen nicht eingehaltener Liefertermine habe ich dann den Rekorder mit dem Bemerken zurückerhalten, dass dieser von ihnen nicht reparierbar ist, da wahrscheinlich ein Problem bei der Software vorliegt. Zuhause bin ich dann noch zusätzlich draufgekommen, dass in der Fernbedienung die beiden neuen Batterien ebenfalls fehlten! Guter Service schaut anders aus! G. Plattner
KONSUMENT-Probe-Abo