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Konsument 05/1999

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Konsument 5/1999 veröffentlicht: 01.05.1999

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AutoCash der Quelle-Bank

Ein Vergleich lohnt immer


Einen Kreditrahmen bis zu einem Höchstbetrag von 500.000 Schilling bietet die Quelle Bank. Der vereinbarte Betrag bleibt drei Monate reserviert. Vorteil: Wer ein Auto kaufen will, kann den Kreditbetrag je nach Höhe des Kaufpreises wählen. Sollte er es sich anders überlegen, kann er auf den Kredit verzichten, ohne daß Spesen verrechnet würden.
Das ist gewiß ganz praktisch, wenn auch nicht so toll, wie von der Quelle Bank dargestellt. Es stimmt, daß man mit „Bargeld in der Hinterhand“ eine bessere Verhandlungsposition hat. Aber man sollte grundsätzlich Preisangebote für Barzahlung einholen, dazu braucht man das Bargeld nicht in der Hand zu halten.
Die gepriesenen 4,9 Prozent Nominalverzinsung sind eher als Lockvogelangebot zu betrachten. Sie beziehen sich auf eine Laufzeit von zwei Jahren. Bei der realistischeren Annahme von vier Jahren verteuert sich der Kredit schon auf 5,9 Prozent. Das ist tatsächlich günstig, bewegt sich aber im Rahmen der üblichen Kreditzinsen.
Was kostet der Kredit effektiv? Bei Quelle als Direktbank zahlt man zwar keine Bearbeitungsgebühr, es gibt aber auch keine persönliche Beratung. Ein Testanruf ergab: Ohne Lebensversicherung muß man eine Kredit-Restschuldversicherung abschließen, sodaß sich in einem konkreten Beispiel (knapp über 160.000 Schilling) der Effektivzinssatz auf 7,2 Prozent erhöhte. Zum Vergleich: In einer anderen Bank bekamen wir auf Anfrage (ohne Verhandeln) ein Angebot mit einer Effektivverzinsung von 7,7 Prozent – inklusive Beratung in einer Filiale. Fazit: Auch bei (relativ) günstigen Krediten gilt – Vergleichsangebote einholen und die Konditionen genau studieren!


NÖM Milch Mix

Weit ist der Weg


„D“ wie Deutschland: An diesem Zeichen läßt sich feststellen, wo verpackt wurde.

Daß Milchprodukte gerne quer durchs Land oder gar durch Europa gekarrt werden, weiß man ja mittlerweile. Konsumenten, die diesen „Milchtourismus“ aus ökologischen Gründen nicht unterstützen wollen, legen daher Wert auf heimische Produkte, im Glauben, daß sich dabei der Transportaufwand in Grenzen hält. Doch kritische Konsumenten sollten sich nicht auf – vertraute – Marken verlassen. Seit der Einführung des Genußtauglichkeitskennzeichens ist es möglich, festzustellen, wo das Produkt verpackt wurde. Das Kürzel AT steht darin für Österreich. Ein D prangt hingegen auf den neuen Milch-Mix-Getränken der Niederösterreichischen Molkerei NÖM. Deren Begründung: In Österreich gebe es leider keine Verpackungsanlage für das neue Verpackungssystem „Tetra Prisma“. „Daher mußten wir (vorläufig) einen Lohnfüller in Deutschland wählen.“
Selbstverständlich werde, so NÖM, nur österreichische Milch verarbeitet. Was die Öko-Bilanz dieses Produktes noch schlechter aussehen läßt: Da wird also Milch gleich zweimal über Hunderte von Kilometern transportiert, bevor sie endlich konsumiert werden kann.


Dr. med. Sklenar-Kombucha

Bio – Alko – Sano… was will man mehr?


Von Kombucha als teure Alternative zum Joghurt haben wir bereits berichtet („Konsument“ 12/98). Die Tatsache, daß es sich dabei um ein uraltes Naturprodukt handelt, scheint manchen noch zu wenig verkaufsfördernd zu sein. Bei „Dr. med. Sklenar Original Bio-Kombucha“ kommt es knüppeldick: Gesundheitsbezogene und ökologische Aussagen stecken da bereits im Markennamen. Das Konterfei einer Person, die offenkundig als Arzt anzusehen ist, prangt vom Etikett. Mit „bio“ wird suggeriert, daß es sich um ein Erzeugnis aus biologischer Landwirtschaft handelt. Doch die Bezeichnung „Bio-Zucker“ in der Zutatenliste ist ohne Bedeutung, erst der Zusatz „aus biologischem Anbau“ wäre ein Hinweis auf ein tatsächlich biologisches Produkt. Es fehlt auch jeglicher Hinweis auf eine Bio-Kontrollstelle. Vergleichsweise schamhaft ausgelobt wird der Alkoholgehalt des Sklenar-Trankes: laut Gutachten der Wiener Lebensmittelversuchsanstalt 1,5 Prozent Ethanol. Ein Risiko für Kinder und Alkoholkranke, vor allem, weil Kombucha in den Regalen für Erfrischungsgetränke zu finden ist.

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