Schweizer Gruppe fordert Nestlé heraus

Fair-Trade – What else?

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veröffentlicht: 16.09.2011

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Die Schweizer Organisation Solidar Suisse fordert von Nestle: Nespresso soll ein Fair-Trade-Produkt werden. Dafür haben die Schweizer einen frechen Werbe-Spot ins Internet gestellt.

Solidar Suisse: Nespresso soll auf Fair Trade umstellen Nespresso ist eine Erfolgsgeschichte. Binnen weniger Jahre konnte das zum Schweizer Nestlé-Konzern gehörende Kaffeesystem den bis dahin recht stabilen Markt gehörig durcheinanderwirbeln und die Konsumgewohnheiten vieler Menschen nachhaltig verändern. Die Kunden werden durch das exklusive Vertriebssystem langfristig an Nespresso gebunden – der Kaffee in den kleinen Aluminiumkapseln kostet rund das Zehnfache dessen, was eine Portion kosten würde, würde man Kaffee in der Kilopackung im Supermarkt kaufen.

Höhere Ansprüche

Angesichts des exorbitant hohen Preises stellt sich natürlich die Frage, ob denn nicht auch bei den Produktionsbedingungen höhere Ansprüche als die bisher gewohnten angebracht wären. Nach wie vor ist bei der Kaffee-Ernte die Ausbeutung von Mensch und Umwelt eher die Regel als die Ausnahme.

E-Mail an George Cloony

Nun hat eine Schweizer NGO (regierungsunabhängige Organisation) die Initiative ergriffen: Mittels Video auf Youtube appelliert Solidar Suisse an den Schauspieler George Clooney, dessen Werbespots für Nespresso sich eines hohen Bekanntheitsgrades erfreuen, den Weltkonzern vor die Alternative zu stellen: Entweder Nespresso steigt auf fair gehandelten Kaffee um oder es gibt keine Clooney-Werbespots mehr. Die bisherigen Reaktionen übertreffen laut Solidar Suisse die kühnsten Erwartungen, bis 12. September hätten bereits 600.000 Leute das Video auf Youtube gesehen.

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Kommentare

  • Kundenunfreundliche Zwangsbeglückung beim Kapselkauf
    von NETclub50plus am 21.09.2011 um 15:13
    Nicht nur, dass die Kaffeekapseln unverschämt teuer sind: Viele Konsumenten müssen zum Beispiel in Wien eine Reise durch die ganze Stadt unternehmen, um an die Kapseln zu kommen! Das kostet Zeit und belastet die Umwelt. Denn den zwei Dutzend Verkaufsstellen für Nespresso-Maschinen stehen nur die 3 Nespresso-eigenen Verkaufsstellen für den Kaffee gegenüber. Und die sind nicht etwa über das Stadtgebiet verteilt, sondern befinden sich alle im 1. Bezirk. Wehe dem, der etwa in Liesing oder Flordsdorf wohnt ... Paradoxer Weise erhält man die Kapseln nicht einmal im Nespresso-Hauptsitz im 13. Bezirk und - wie gesagt - auch nicht bei den Geräte-Verkäufern. Zum Vergleich: Wer würde es akzeptieren, sich zwar irgendwo in Wien ein Auto kaufen zu können, zum Tanken aber zur "autorisierten Verkaufsstelle" in die Innere Stadt fahren zu müssen? Warum macht das Nespresso? Um zur Internet-Bestellung zu animieren? Wahrscheinlich. Denn dort muss der Kaffee-Freund seine Daten bekanntgeben, was wertvolles Adressenmaterial bringt. Erreicht er den von Nespresso vorgegebenen Mindestbestellwert nicht, gibt es es eine Straf(porto)gebühr, für die man im Supermarkt-Angebot schon 1 Kilogramm Kaffee erhält. Amüsantes Detail: Gibt man bei der Adressensuche auf der Nespresso-Homepage z. B. die PLZ 1090 ein, verlegt Nespresso auch gleich die Bezirke Döbling und Währing in den Alsergrund. In Geographie geschlafen? Kapseln gibt es dort natürlich dennoch nicht. WANN endlich kommt der Drittanbieter (ähnlich wie bei den Drucker-Tintenpatronen), welcher der Nespresso-Präpotenz Paroli bietet? Laut STANDARD vom 8. 9. haben mittlerweile vier Unternehmen das Nestele-Patent angefochten. Bis dahin: Nespresso? NOpresso!
  • geschickte Aktion
    von xerxes0001 am 17.09.2011 um 17:04
    Wenn Nestle schon Höchstpreise für den Kaffee kassiert, kann man auch erwarten, dass er fair gehandelt wird.
Bild: VKI