Supermärkte im Ethiktest

Nicht wirklich super

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KONSUMENT 12/2011 veröffentlicht: 23.11.2011

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Bio, fair, heimatverbunden, gesund – wie nachhaltig ist das Sortiment unserer Supermärkte? Diese Frage stand im Vordergrund eines Ethik-Tests des österreichischen Lebensmittelhandels.

Supermärkte setzen immer mehr auf Nachhaltigkeit, sie bieten ein wachsendes Sortiment an biologischen, fair gehandelten, regionalen und gesunden Lebensmitteln an. Bei Eiern oder Fleisch wird der Bauernhof genannt, wo die Produkte herstammen, und man arbeitet mit kritischen Organisationen wie Greenpeace oder dem WWF zusammen, um die Nachhaltigkeit seiner Produkte garantieren zu können.

Supermärkte haben eine enorme Marktmacht

Supermärkte haben eine enorme Marktmacht, sie setzen ihren Lieferanten das Messer an – wenn einer schlechte Qualität liefert oder die Lieferfristen nicht einhalten kann, wird er sofort ausgelistet. Die Angestellten werden ausgebeutet, miserabel entlohnt, müssen auch sonntags arbeiten, Vor- und Nacharbeitszeiten werden nicht bezahlt.

Peinliche Lobhudeleien und vernichtende Kritik

Über Supermärkte werden jede Menge Informationen verbreitet, peinliche Lobhudeleien und vernichtende Kritik lösen einander ab. Nüchtern betrachtet kann man über jeden der großen Konzerne Gutes oder Schlechtes sagen, wie aber stehen sie insgesamt da – werden sie, wenn man alles zusammennimmt, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht? Bedenkt man, welche Macht die großen Player im Lebensmitteleinzelhandel haben, kann ihre Verantwortung nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie beherrschen Produktionsbetriebe, können sie durch ständig wachsenden Preisdruck in den Ruin treiben; sie prägen das Konsumverhalten, können Konsumrausch und Wegwerfmentalität auslösen oder zumindest entscheidend beeinflussen.

Mittler zwischen Produktion und Konsum

Als Mittler zwischen Produktion und Konsum spielen sie eine Schlüsselrolle. An ihnen bzw. an der Gestaltung ihres Produktsortiments liegt es, wie nachhaltig sich die Lebensmittelwirtschaft (und nicht nur die) entwickelt; sie entscheiden letztlich, was und wie produziert bzw. konsumiert wird. Und die Macht konzentriert sich zunehmend auf einige wenige. Im Jahr 2010 kamen die drei größten Handelskonzerne (Rewe, Spar und Hofer) laut übereinstimmenden Marktanalysen auf einen gemeinsamen Marktanteil von über 83 Prozent. Das ist europaweit ein Spitzenwert. - Lesen Sie dazu auch den Kommentar "Tierschutz - Kein Schwein merkt es" von KONSUMENT-Redakteur Peter Blazek.

Im Test waren diese Supermarktketten: MPreis, Hofer, Lidl, Spar, Rewe
(Adeg, Billa, Merkur, Penny)

Rewe (Adeg, Billa, Merkur, Penny) (Bild: VKI) 

  MPreis (Bild: VKI)


 

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Kommentare

  • und nicht nur Schnittlauch
    von domo22 am 01.02.2012 um 19:33
    auch Knoblauch kommt aus China,allerdings nicht nur bei Hofer....
  • Schnittlauch aus Indien
    von kiara190461 am 27.12.2011 um 18:30
    Hofer macht groß Werbung für seine Bio-Produkte und wie viel CO2 denn damit nicht eingespart werde, verkauft aber gleichzeitig Schnittlauch aus Indien.
Bild: VKI