Tauschen und teilen

Kaufen war gestern

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KONSUMENT 3/2014 veröffentlicht: 27.02.2014

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Von Tauschkreisen bis zu Onlineplattformen bietet die sogenannte Sharing Economy zahlreiche Alternativen zum traditionellen Kaufverhalten.

Manche nennen es Tauschhandel, andere Tauschkreise oder Sharing Economy … Bloß weil sich zwei ein Werkzeug teilen, meint unser Cartoonist, Robert Scheifler heißt das noch lange nicht, dass sie gut zusammenarbeiten. – Lesen Sie mehr in unserem Artikel

Tausche Fernseher gegen Massage: Im ­Talente-Tauschkreis wechseln nicht nur Waren aller Art den Besitzer, sondern auch Dienstleistungen. "Viele Menschen besitzen bestimmte Fähigkeiten, von denen sie gar nichts wissen", erklärt Daniela Hödl, beim Wiener Talente-Tauschkreis zuständig für die Mitgliederbetreuung.

"Bei uns geht es auch darum, zu entdecken, was alles möglich ist." Da kann es passieren, dass jemand plötzlich sein Talent zum Fotografieren entdeckt und "gegen Stunden eintauscht", die Währungseinheit des Tauschkreises.

Nicht Profit, sondern Miteinander

"Wir haben ein eigenes Buchungssystem, das wie eine ­Onlinebank funktioniert. Fast wie richtiges Geld, aber ohne Zinsen." Im Buchungs­system können auch Inserate geschaltet werden, für weniger Internet-affine Mit­glieder gibt es eine Marktzeitung. "Ich biete etwa regelmäßig Gartenarbeit an und habe dafür zuletzt einen Pürierstab erworben", erzählt die 30-Jährige.

Beim Tauschkreis geht es demnach nicht um Profit, sondern um ein Miteinander. "Dinge werden nicht weggeworfen, sondern Leuten zur Ver­fügung gestellt, die sie brauchen können", so Hödl. "Ich selbst habe mir seit über sieben Jahren kein Kleidungsstück mehr gekauft." Der Tauschkreis unterstützt auch soziale Kontakte: Bei monatlichen Treffen können die Mitglieder einander persönlich kennenlernen. Und nicht nur in Wien wird getauscht: Der Tauschkreis-Verbund ist ein Zusammenschluss von mehreren Tauschkreisen im deutschsprachigen Raum.

Schonung von Ressourcen

Mit dem Konzept des Tauschens und Teilens liegt der Talente-Tauschkreis voll im Trend: Sharing Economy, Ko-Konsum oder Collaborative Consumption – viele Bezeichnungen stehen für dieselbe Idee, Dinge gemeinsam zu nutzen statt zu besitzen. Die Idee ist nicht ganz neu: Büchereien, Wohngemeinschaften oder Waschsalons gab es auch schon in ­früheren Zeiten, bereits in den 1970er-Jahren lautete das Motto der Ökologiebewegung "Nutzen statt besitzen".

Sharing-Modelle und soziale Netzwerke

Heute haben Sharing-Modelle dank Internet und sozialer Netzwerke eine neue Dimension erreicht. "Neu ist dabei, dass die Kosten der Koordination solcher Transaktionen durch die Digitalisierung enorm gesenkt werden", erklärt Niko Paech, deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Professor für Produktion und Umwelt an der Universität Oldenburg.

Einen Nachteil sieht Paech darin, dass Sharing-Modelle das Gegenteil des erwünschten ­Effekts hervorrufen können: "Carsharing ­etwa kann dazu führen, dass Menschen Auto fahren, die es nicht täten, wenn sie sich einen eigenen Pkw kaufen müssten – mit nega­tiven Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß."


Lesen Sie außerdem: Reparaturanleitungen im Internet, unser KONSUMENT-Buch Nachhaltig leben oder weitere Tests und Berichte zum Thema Ethischer Konsum.

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Kommentare

  • noch ein Anbieter zu "Tauschen und Teilen"
    von rami am 04.03.2014 um 16:07
    http://spieldeslebens.netswerk.at/ in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien (ausgehend von Steyr).
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