Versandhandel: Ware verloren oder zerstört

Käufer hat Rücktrittsrecht

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KONSUMENT 7/2011 veröffentlicht: 21.06.2011

Inhalt

Der Käufer trägt zwar das Risiko, wenn Waren auf dem Weg vom Händler beschädigt werden oder gar verloren gehen. Der Konsument hat jedoch ein Rücktrittsrecht, wovon er in solchen Fällen Gebrauch machen sollte.

Wenn Waren an einen Käufer verschickt werden, geschieht dies laut österreichischem Recht auf Gefahr des Käufers. Grundsätzlich trägt also der Käufer das Risiko, wenn Waren auf dem Transportweg beschädigt werden oder verloren gehen. Zum Glück gibt es hier das Fernabsatzgesetz. Dieses räumt Konsumenten ein Rücktrittsrecht bei Fernabsatzgeschäften ein, also bei Geschäften, die per Fernkommunikation (Telefon, Brief, E-Mail, Internet) bei darauf spezialisierten Unternehmen abgeschlossen werden.

Rücktritt erklären

Daher ist es ratsam, den Rücktritt vom Vertrag zu erklären, wenn die im Versandhandel bestellte Ware beschädigt oder gar nicht ankommt. Bei einem Rücktritt muss der Konsument beschädigte oder verschwundene Ware nicht bezahlen oder erhält das Geld zurück, falls er Vorauszahlung geleistet hat. - Anders sieht die Sache aus, wenn man die Ware nur ausnahmsweise bei einem Unternehmer per Telefon bestellt und dieser sie zuschickt. Dann gilt das Fernabsatzgesetz nicht, es gibt kein Rücktrittsrecht.

Ausführliche Informationen zu Ihren Rechten im Online-Handel finden Sie in unserem EXTRA "Online-Shoppen".

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Kommentare

  • Online-Kauf/Ware kaputt/Rücktrittsrecht
    von REDAKTION am 07.03.2013 um 10:23

    Die Sache sieht in Ihrem Fall eher ungünstig aus. Grundsätzlich tragen Sie - siehe oben - als Kunde das Transportrisiko. Das Hintertürl Rücktrittsrecht besteht binnen 7 Werktagen ab Erhalt der Ware. Es verlängert sich auf 3 Monate, wenn Sie als Konsument keine ordnungsgemäße Belehrung über Rücktrittsrecht im Fernabsatz erhalten haben. - Wir können Ihnen auch anbieten, dass Sie die kostenpflichtige Hotline unserer VKI-Beratung anrufen (www.konsument.at/hotlines) und telefonisch den Sachverhalt klären. 

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Ware nicht vom Transport beschädigt
    von gws1 am 07.03.2013 um 09:24
    Grüß Gott, ich habe über ein "Gutscheinanbieter-Portal" einen GS für ein Küchengerät erworben und bezahlt. Diesen GS habe ich dann beim Internet-Händler eingelöst woraufhin dieser die Ware im Originalkarton ohne Überverpackung an mich mit der Ö-Post versandt hat. Da es ein Geschenk war wurde es erst 47 Tage nach dem Gutscheinkauf bzw. 40 Tage nach dem Erhalt per Post geöffnet. Beim Auspacken fiel sofort auf dass das Gerät an mehreren Stellen schwer beschädigt ist (Kunststoffrahmen ist gebrochen, Bolzenhalterung ist ausgerissen, Niro-Griff verbogen, etc.) - der Karton wies jedoch nur eine einzige kleine Beschädigung auf woraus geschlossen werden kann dass das Gerät nicht in diesem Karton beschädigt wurde. Das Teil ist absolut unbrauchbar - möglicherweise besteht bei Inbetriebnahme sogar Brandgefahr und die Gefahr eines Stromschlags. Wie ist die richtige Vorgehensweise wenn ich das Gerät umtauschen möchte? Kann ich einen Austausch (gegen exakt dieses Sondermodell) verlangen oder nur eine Rückabwicklung des Kaufs? Muss ich anstatt einer ÜW auch eine Gutschrift akzeptieren? Herzlichen Dank für eine Antwort gws
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