Werbefahrten

Schein und Wirklichkeit

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Konsument 9/2009 veröffentlicht: 20.08.2009

Inhalt

2.500 Euro in bar, Sachpreise und ein schöner Tag in Ungarn: Einladungen für Werbefahrten versprechen das Blaue vom Himmel. Skepsis ist angebracht.

 „Ihr persönlicher Gewinn: 2.500 Euro“, heißt es in der Einladung. Dazu gibt es noch TV-Geräte, Kameras und anderes geschenkt, wenn man an einer Fahrt nach Bad Heviz, Bratislava oder Prag teilnimmt. Ein „Konsument“-Leser berichtete uns jüngst, was man dabei wirklich erlebt.

Verkaufsshows, Reise abgebrochen

Der Bus hält knapp hinter der Grenze in einem kleinen Ort. Dort beginnt die Verkaufsshow: Matratzen, Haushaltsgeräte und dubiose Wundermittel – alles zu saftigen Preisen. Das Frühstück, das serviert wird, muss entgegen der Ankündigung bezahlt werden. Danach folgt eine ausführliche Präsentation des Reiseveranstalters. Den Raum kann man während der ganzen Veranstaltung nicht verlassen. Als Höhepunkt die Verlosung: Der „Gewinn“ besteht in einer Busreise. Eine Person muss bezahlen, die zweite fährt gratis mit. Von den übrigen Preisen ist keine Rede mehr. Nach 13.30 Uhr wird endlich das Mittagessen serviert. Es ist tatsächlich gratis. Dann soll es nach Heviz gehen. Aber: „Leider ist der Bus defekt geworden und es ist auch schon spät. Am besten, wir fahren gleich heim!“

Keine Uneigennützigkeit 

Geboten wird also wenig – außer der Möglichkeit, überteuerte Waren zu erstehen. Firmen müssen Gewinne erwirtschaften und machen daher keine uneigennützigen Geschenke! Werbeveranstaltungen in Österreich sind streng reglementiert. Daher weichen die Organisatoren ins Ausland aus. Eine rechtliche Verfolgung dieser Unternehmen ist schwierig, weil sie nur ein Postfach haben und den Namen häufig wechseln. Einladungen dieser Art gehören ins Altpapier! Keinesfalls sollte man an einer solchen Fahrt teilnehmen. Wenn niemand mehr mitfährt, hat der Spuk bald ein Ende.

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