Pflegegeld

Tropfen auf den heißen Stein

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KONSUMENT 4/2015 veröffentlicht: 26.03.2015, aktualisiert: 25.06.2015

Inhalt

Gut, dass es das Pflegegeld gibt. 2014 wurden die Zugangsbestimmungen für die ersten zwei Stufen allerdings verschärft. Doch selbst wenn man die Beihilfe bekommt: Eine notwendig gewordene Pflege lässt sich mit diesem Geld von Vater Staat niemals abdecken.

Das 1993 in Österreich eingeführte Pflegegeld gilt bis heute als Meilenstein in der heimischen Sozialgesetzgebung. Die vom Bund beschlossene Beihilfe soll pflegebedürftigen Menschen die für sie notwendige Betreuung und Hilfe sichern. Ziel ist, den Betroffenen ein möglichst selbstbestimmtes, bedürfnis­orientiertes Leben zu ermöglichen.

454.350 Personen bezogen 2014 Pflege-geld, wie die Statistik Austria feststellte. Fast zwei Drittel davon waren Frauen. Die meis­ten Pflegegeldbezieher fanden sich in den unters­ten drei Pflegestufen.

Pauschalbetrag für arm und reich

Das Pflegegeld ist eine Leistung des Bundes. Es handelt sich dabei um eine einkommens-, vermögens- und altersunabhängige pauscha­lierte Summe, die zwölf Mal jährlich aus­bezahlt wird. Egal wie viel jemand verdient, ob er ein dickes Sparbuch hat oder keines, ein Kind oder ein Greis ist: Wer Pflege braucht, bekommt dafür einen fixen Betrag. Das ­monatlich überwiesene Geld stellt keine ­Einkommenserhöhung dar, sondern dient der teilweisen Abdeckung von pflegebedingten Maßnahmen.

Bei Einführung des Pflegegeldes Anfang der 1990er-Jahre wurde noch in Schilling gerechnet. 2.500 öS, etwa 182 Euro, gab es damals für die Pflegestufe 1. 1996 schrumpfte der Betrag plötzlich auf 2.000 Schilling, aus denen dann sechs Jahre später umgerechnet 145,40 Euro wurden, wie eine Statistik des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz zeigt.

Keine Inflationsabgeltung

In den letzten Jahren wurde das Pflegegeld für so gut wie alle Stufen nicht mehr valorisiert. Der fehlende Inflationsausausgleich führte seither zu einer starken realen Ab­wertung der ausgezahlten Beträge: 2009 gab es z.B. 154,20 Euro für die Pflegestufe 1. Und das ist bis heute so geblieben! Erst ­ ab 1.1.2016 wird eine Erhöhung des Pflegegeldes um 2 Prozent in allen Pflegestufen erfolgen.

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Bewertung

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4 Stimmen

Kommentare

  • Kostenloser Pflegegeldrechner
    von christoph1212 am 27.06.2015 um 15:49
    Dieser Pflegegeldrechner lässt zB. Sehbehinderte,Blinde oder besondere schwere Krankheiten in der Berechnung nicht aufscheinen.
  • Pflegegeld für Kinder
    von Ritz am 23.04.2015 um 09:52
    Wenn man Pflegegeld für ein Kind bekommt, für das man aufgrund der Behinderung auch erhöhte Familienbeihilfe bezieht, reduziert sich der Betrag in der Pflegestufe 1 aber gleich auf grade mal 83,- Euro. Beispiel aus Help.gv.at: BEISPIEL Für die Pflege eines behinderten Kindes, für das der Erhöhungsbetrag der Familienbeihilfe für erheblich behinderte Kinder bezogen wird, werden vom Pflegegeld der Stufe 2 (das sind 284,30 Euro) 60 Euro abgezogen, sodass als Auszahlungsbetrag an Pflegegeld monatlich 224,30 Euro verbleiben.
  • Kosten für Alters-, Pflegeheim oder Hausbetreuung steuerlich absetzen
    von REDAKTION am 09.04.2015 um 16:13

    Ein Leser sandte uns nach Erscheinen des Artikels folgenden Hinweis: Bezieher von Pflegegeld werden von der Finanz automatisch als "pflegebedürftig" anerkannt. Das hat etwa bei Aufenthalt in einem Pensionistenheim zur Folge, dass ein Grossteil der Heimkosten inkl. Unterkunft und Verpflegung steuerlich absetzbar sind woraus sich eine ganz erhebliche Steuerersparnis ergeben kann. Details dazu:

    https://www.bmf.gv.at/steuern/familien-kinder/krankheit-behinderung/aussergewoehnliche-belastungen-mit-selbstbehalt.html#Kosten_f_r_ein_Alters_oder_P_egeheim_oder_f_r_die_Hausbetreuung

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