Skigebiete im Preisvergleich

Steil bergauf

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KONSUMENT 12/2014 veröffentlicht: 20.11.2014, aktualisiert: 08.01.2015

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Nicht nur topografisch geht es mit den Skiliften in die Höhe, auch die Ticketpreise weisen steil nach oben. Die Tageskarte kostet bis zu 50 Euro.

Nach dem durchwachsenen Sommer freut man sich umso mehr auf einen schneereichen Winter, um seine Brettln endlich wieder ausführen zu können. Einige Skigebiete haben es bereits getan, und spätestens zu Beginn der Weihnachtsferien werden fast alle ihren Betrieb aufnehmen.

Ein Jahr ist um, und die Preise sind wieder etwas angehoben worden. Die teuersten Skigebiete schrammen gerade noch an der 50-Euro-Marke für eine Tageskarte (für einen Erwachsenen) vorbei. 49,50 Euro verlangen die Liftbetreiber vom Arlberg, von Sölden und Ischgl heuer für das Vergnügen. Keine Kleinigkeit für Familien mit durchschnittlichem Haushaltseinkommen.

Teuerung über Inflationsrate

Seit Jahren steigen die Kosten fürs Skifahren deutlich schneller als die Inflationsrate. Im Jahresabstand wurden die Tageskarten-Preise für Erwachsene im Schnitt um 2,6 Prozent angehoben, für 6-Tage-Skipässe gar um 3,7 Prozent. Der Verbraucherpreisindex ist im Vergleich dazu nur um 1,6 Prozent gestiegen (September 2013 bis September 2014). Dass das kein einmaliger Ausreißer ist – etwa, weil in den vergangenen Monaten besonders hohe Investitionen getätigt wurden – mag ein Zehnjahresvergleich belegen.

Liftkarten-Preise doppelt so schnell gestiegen

Nach unseren Aufzeichnungen sind die Liftpreise seit der Saison 2004/2005 um 37,7 Prozent hinaufgeschnellt, während der Verbraucherpreisindex in diesem Zeitraum um lediglich 23 Prozent gestiegen ist. Die 6-Tage-Karten wurden gar um über 40 Prozent verteuert. Viele Menschen mit schmaler Brieftasche kommen da einfach nicht mehr mit.

Andere wollen nicht einsehen, warum die Preise für die Liftbenützung permanent doppelt so schnell angehoben werden wie der allgemeine Verbraucherpreisindex – hohe Investitionen müssen auch in anderen Branchen getätigt werden, das könne auf Dauer nicht als Rechtfertigung für eine Sonderstellung der Seilbahnbetreiber angeführt werden.

Nationalsport gefährdet?

Auch Brancheninsider halten das für problematisch und sehen darin einen gewichtigen Grund dafür, dass viele Kinder gar nicht mehr mit dem Skifahren beginnen – sie sind dann auch später als Erwachsene nur schwer für den (Pisten-)Skisport zu gewinnen. Zum Teil weichen Skifahrer in den Tourenskilauf aus: Sie wollen sich anfangs nur die Kosten für das Ticket sparen und finden letztlich Gefallen am "anderen" Skifahren. Viele fürchten, dass der einstige Nationalsport Nummer eins durch überhöhte Preise ins Abseits geraten könnte.

 

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Kommentare

  • Postalm
    von REDAKTION am 02.12.2014 um 12:20
    Sie haben recht - wer auf die Postalm will, muss eine Eintrittsgebühr (Mautgebühr) bezahlen, die pro Pkw 24 Euro ausmacht. Mautgebühren werden auch in anderen Skigebieten fällig, das haben wir aber nicht erhoben. Im Fall der Postalm fällt die Mautgebühr natürlich relativ stark ins Gewicht, weil die Liftpreise so niedrig sind. Aber wir sind eben auf die Ehrlichkeit der Anbieter angewiesen, die Postalm-Verantwortlichen haben die Mautgebühr bei unserer Erhebung nicht erwähnt. Ihr Konsument-Team
  • Mogelpackung Postalm.at
    von Floschneck am 27.11.2014 um 02:20
    laut Webseite kommt zu den 11€ pro Person noch eine Parkkarte die sich bei 2 Erwachsenen und 2 Kindern mit nochmal 24 € zu Buche schlägt. In Summe zahlt man also 68€ immer noch billig aber für die Pistenkilometer nicht mehr das Schnäppchen von dem die Rede ist. Mich wundert, das das der Redaktion entgangen ist!
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo