KONSUMENT.AT - Vegane Burger - Mineralölrückstände in Lebensmitteln

Vegane Burger

Gesünder als aus Fleisch?

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KONSUMENT 12/2020 veröffentlicht: 16.11.2020

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Mineralölrückstände

Mineralölrückstände wurden vor einigen Jahren erstmals in Lebensmitteln entdeckt. Die schädlichen Substanzen sind gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH) und aroma­tische Kohlenwasserstoffe (MOAH). Wir konnten Mineralölrückstände zum ersten Mal in Bitterschokolade ( KONSUMENT 11/2016 ) und dann in Grüntee ( KONSUMENT 1/2017 ) nachweisen. Mögliche Konta­minationswege sind Schmieröle, die aus Anlagen zur Lebensmittelherstellung stammen, sowie Weißöle, die als Trennmittel bei Herstellungs- und Verpackungsprozessen eingesetzt werden. Bestimmte gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH) werden vom Körper aufgenommen und können auch beim Menschen in einigen Organen nachgewiesen werden.

Gesundheitliche Auswirkungen umstritten

Aus tierexperimentellen Studien weiß man, dass Mineralöl­gemische, die solche Verbindungen ent­halten, zu Ablagerungen und entzünd­lichen Effekten in der Leber führen können. Die Relevanz dieses Befundes für den Menschen ist ­jedoch noch nicht geklärt. Inwieweit sich eine Aufnahme von aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen auf die menschliche Gesundheit auswirkt, ist aufgrund der unzureichenden Datenlage ­derzeit umstritten. Die Europäische Lebens­mittelbehörde (EFSA) stuft MOAH als ­„poten­­- ziell krebserregend“ ein.

Nutri-Score

Grundlage für die Berechnung des Nutri- Scores ist das Verhältnis von positiv ein­gestuften Nahrungsmitteln wie Obst und Gemüse sowie Ballaststoffen und Eiweiß zu als ungünstig bewerteten Substanzen wie ­Zucker, gesättigten Fettsäuren oder Natrium. Auch der Kaloriengehalt eines Lebens­mittels wird in die Bilanz mit einbezogen. Der Nutri-Score reicht von A (höchste Nährwertqualität) bis E (niedrigste Nährwertqualität). In KONSUMENT 1/2020 haben wir einen Übersichtsartikel zum Nutri-Score veröffentlicht.

Beste Zusammensetzung: Produkte von Garden Gourmet und Iglo

Da die Kennzeichnung noch nicht von allen Herstellern übernommen wurde, haben wir den Nutri-Score für sämtliche Produkte in diesem Test berechnet. Die Bandbreite bei den untersuchten veganen Burgern erwies sich dabei als erstaunlich groß. Sie reichte von der besten Zusammensetzung A bis zur zweitschlechtesten Ein­stufung D. Letztere entspricht dem Nutri- Score von Fleischburgern. Die beste ­Zusam­mensetzung (A) in diesem Test weisen die Produkte von Garden Gourmet (Sensational Burger, Vegane Burger) und die Vegetarischen Burger Laibchen von Iglo auf.

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Kommentare

  • Der Geschmack ist nach wie vor das Wichtigste
    von Mag Zirnig am 23.12.2020 um 22:30
    Die einheitliche Geschmackseinstufung der Fachverkoster als "sehr gut" und die Beschaffenheitsbeschreibung als "in Ordnung" ist gleich "sehr gut" orientiert sich offenbar an der Bezeichnung "Burger" und dem damit verbundenen Mindeststandard für Fast Food, das mit viel Ketchup und Mayonnaise gegessen wird. Ich habe beim Durchkosten ein saftiges faschiertes Laibchen als Vergleichsmaßstab herangezogen, das ohne geschmacksverändernde Sauce gegessen wird, und deutliche Unterschiede in Geschmack und Konsistenz festgestellt. Während die Iglu Burger-Laibchen und die Veggie Life Bratlinge (nicht im Test) sehr nahe an die Fleischvorlage herankommen, ist z.B. der Garden Gourmet Sensational Burger weit davon entfernt und hat eine dichte, zähe Konsistenz, die beim Kauen eher an flachsiges Fleisch erinnert. Warum keine zeitlich gestaffelte Laienverkostung unter Einhaltung von Covid-19-Regeln organisiert werden konnte, ist mir nicht klar. Nach der Beschreibung der Miniverkostung zu urteilen, wäre das Ergebnis bestimmt aussagekräftiger gewesen als die Experteneinstufung. Ich hoffe auf einen Folgetest, z.B. von vegetarischen Bällchen, mit differenzierter Geschmacksbewertung und vielleicht auch Aussagen zur Haltbarkeit und der Qualität dieser Produkte gegen Ende der Haltbarkeitsfrist.
  • Verpackung der Burger
    von klaushengster am 19.11.2020 um 15:05
    Wie sieht es mit der Verpackung der Burger aus? Wurden die verschiedenen Folien und Schalen auf Weichmacher odgl. Schadstoffe auch getestet? So kleine Mengen stellen doch ein grosses Abfallproblem dar.Am besten selbst kochen - da weiss man, was drin ist und vermeidet viele Schadstoffe.