KONSUMENT.AT - Vegane Burger - Hoch verarbeitet

Vegane Burger

Gesünder als aus Fleisch?

Seite 6 von 10

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 12/2020 veröffentlicht: 16.11.2020

Inhalt

Hoch verarbeitet

Vegane Burger, die ihren Fleisch-Pendants sehr nahe kommen, sind hoch ver­arbeitet. Um pflanzliches Protein mit seiner kuge­ligen Struktur (meist Erbsen-, Soja- oder Weizenprotein) in eine fleisch­ähn­liche Struktur zu bringen, muss es mit einem Extruder manipuliert werden. Dabei wird die Eiweißmasse aufgekocht und durch eine enge ­Öffnung gedrückt. Aufgrund des hohen Drucks und der hohen Temperaturen ziehen sich die Proteine in die Länge und es entstehen faserähnliche Strukturen. Diese Texturate haben eine höhere Festigkeit und halten im Patty ­besser zusammen.

Röst- und Raucharomen

Zusätzlich kommt noch der Stabilisator Methylcellulose zum Einsatz. Diese Substanz quillt in Wasser auf und bildet beim Erhitzen Gele, die den Burger fest und saftig machen. Der Zusatzstoff gilt als unbe­denklich, ist jedoch für Bio-Produkte nicht zugelassen. Damit das Ganze nach Fleisch schmeckt (und nicht leicht nussig, grasig oder bohnig wie die pflanzlichen Ausgangsprodukte), kommen Aromen zum Einsatz, häufig Röst- und Raucharomen. Die rote Färbung erhält der Beyond Burger durch den Zusatz von Rote-Rüben-Saft. Bei Burgern in den USA wird teilweise gentechnisch verändertes Soja-Leghämoglobin beigemengt. In Europa ist dies nicht zulässig.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
25 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Der Geschmack ist nach wie vor das Wichtigste
    von Mag Zirnig am 23.12.2020 um 22:30
    Die einheitliche Geschmackseinstufung der Fachverkoster als "sehr gut" und die Beschaffenheitsbeschreibung als "in Ordnung" ist gleich "sehr gut" orientiert sich offenbar an der Bezeichnung "Burger" und dem damit verbundenen Mindeststandard für Fast Food, das mit viel Ketchup und Mayonnaise gegessen wird. Ich habe beim Durchkosten ein saftiges faschiertes Laibchen als Vergleichsmaßstab herangezogen, das ohne geschmacksverändernde Sauce gegessen wird, und deutliche Unterschiede in Geschmack und Konsistenz festgestellt. Während die Iglu Burger-Laibchen und die Veggie Life Bratlinge (nicht im Test) sehr nahe an die Fleischvorlage herankommen, ist z.B. der Garden Gourmet Sensational Burger weit davon entfernt und hat eine dichte, zähe Konsistenz, die beim Kauen eher an flachsiges Fleisch erinnert. Warum keine zeitlich gestaffelte Laienverkostung unter Einhaltung von Covid-19-Regeln organisiert werden konnte, ist mir nicht klar. Nach der Beschreibung der Miniverkostung zu urteilen, wäre das Ergebnis bestimmt aussagekräftiger gewesen als die Experteneinstufung. Ich hoffe auf einen Folgetest, z.B. von vegetarischen Bällchen, mit differenzierter Geschmacksbewertung und vielleicht auch Aussagen zur Haltbarkeit und der Qualität dieser Produkte gegen Ende der Haltbarkeitsfrist.
  • Verpackung der Burger
    von klaushengster am 19.11.2020 um 15:05
    Wie sieht es mit der Verpackung der Burger aus? Wurden die verschiedenen Folien und Schalen auf Weichmacher odgl. Schadstoffe auch getestet? So kleine Mengen stellen doch ein grosses Abfallproblem dar.Am besten selbst kochen - da weiss man, was drin ist und vermeidet viele Schadstoffe.