KONSUMENT.AT - Münzen: Ist das Kleingeld am Ende? - Profitiert der Handel?

Münzen: Ist das Kleingeld am Ende?

Dem Cent auf der Spur

Seite 1 von 3

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 12/2021 veröffentlicht: 18.11.2021

Inhalt

Gehören 1- und 2-Cent Münzen bald der Vergangenheit an? Eine Spurensuche.

Eine Hand hält 2- und 5-Cent-Münzen (Bild: Yulia-Grigoryeva / shutterstock.com)

"Drei Viertel der Österreicher und Österreicherinnen sind für eine Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen." Diese Aussage, die sich aus einer EU-weiten Online-Befragung der EU-Kommission ableitet, hat im Frühsommer 2021 die heimischen Bargeld- Liebhaber aufgeschreckt. Doch keine Angst: Auch wenn Brüssel gern ein rasches Ende der kleinen Münzen sähe, werden sie – zumindest in Österreich – noch lange nicht verschwinden.

Prägung ist profitabel

Denn erstens ist diese Internet-Befragung keineswegs repräsentativ, wie Meinungsforscher betonen. Geantwortet hat, wer wollte. Der Durchschnitt der Bevölkerung nach Alter, Geschlecht oder Schicht-Zugehörigkeit wird also nicht korrekt abgebildet. Und zweitens ist die Prägung der kleinen Münzen in Österreich im Gegensatz zu manchen anderen EU-Staaten durchaus profitabel (siehe Kapitel "Kleiner Wert, großer Aufwand").

"Solange die Nachfrage nach den kleinen Münzen da ist, werden wir diese Münzen liefern", betont denn auch Christian Gutlederer, Sprecher der Oesterreichischen Nationalbank.

Befürchtung: Körberlgeld für den Handel

Österreichs Konsumenten fürchten, dass ein Aus für die kleinen Münzen Preissteigerungen mit sich bringt. Die Befürchtung ist nicht ganz von der Hand zu weisen, wenn man die aktuelle Preisgestaltung der Lebensmittelketten betrachtet: Neun-Cent-Preise dominieren.

Bei Bier allerdings stehen als Letztes häufig zwei, drei, sechs und acht Cent, bei Joghurt ein und sieben Cent, und bei Mineralwasser gibt es Vier-Cent-Preise. Die EU-Kommission empfiehlt bei Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen das kaufmännische Runden auf null bzw. fünf Cent.

Wäre Aufrunden die Regel?

Das bedeutet: abrunden auf null bei Ein- und Zwei-Cent-Preisen, aufrunden auf fünf Cent bei Drei- und Vier-Cent-Preisen, abrunden auf fünf bei Sechs- und Sieben-Cent-Preisen und wiederum Aufrunden auf die nächste Null bei Acht- und Neun-Cent-Preisen. Da im Lebensmittelhandel die meisten Preise auf neun Cent enden, liegt die Vermutung nahe, dass die Preise im Durchschnitt steigen werden. Biertrinker hingegen könnten sich eher über Abrundungen freuen. Was sagen die Handelsketten zu einer möglichen Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen?

Dieser Artikel ist kostenpflichtig. WARUM ZAHLEN?

Abonnenten melden sich hier an:
 
Falls Sie kein Abonnent sind, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen:

KONSUMENT-Abo

58 Euro: 12 Hefte + Online-Zugang  Mehr dazu

KONSUMENT-Online-Abo

36 Euro: 12 Monate Online-Zugang  Mehr dazu

Online-Tageskarte

5,80 Euro: 24 Stunden Online-Zugang  Mehr dazu

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
1 Stimme