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Anleihen

Geldanlage in der Krise

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veröffentlicht: 19.01.2015, aktualisiert: 06.07.2017

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Sicherheit

Wenn Anleger die Kaufkraft ihrer Geldanlagen erhalten wollen, also zumindest so viel Rendite erzielen möchten, wie die Inflation wegfrisst, so kommen sie in Niedrigzinszeiten nicht darum herum, Risiken in Kauf zu nehmen. Anleihen sind im Prinzip eine sehr sichere Anlageform.

Es kann aber immer wieder einmal passieren, dass ein Emittent Pleite geht, und dann ist im schlimmsten Fall – anders als bei Sparbüchern – ein Teil oder das gesamte investierte Kapital weg. Das betrifft aber vor allem nachrangige Anleihen oder solche mit höherem Risikopotenzial. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wo Gefahren liegen können:

- Kursrisiko: Änderungen des Marktzinssatzes können bei fix verzinsten Anleihen erhebliche Kursschwankungen verursachen.

- Bonitätsrisiko: Je besser die Bonität des Emittenten, desto geringer die Gefahr, dass er das Kapital nicht oder nur teilweise zurückzahlen kann; ein Bonitäts-Rating von "AAA" deutet auf ein sehr geringes Ausfallsrisiko hin, sobald ein "B" involviert ist, ist bereits mit gewissen Problemen zu rechnen, und "C" oder "D" deuten auf äußerst schlechte Bonität hin. Eine gute Übersicht zu den Ratingcodes findet sich unter de.wikipedia.org/wiki/Rating.

- Währungsrisiko: ist bei Fremdwährungsanleihen durch Wechselkursschwankungen gegeben.

- Liquiditätsrisiko: kann z.B. bei kurzen Handelszeiten, geringen Handelsvolumina oder exotischen Anleihen bestehen, wenn man sie vorzeitig verkaufen will und zu einem schlechten Kurs verkaufen muss.

Renditechancen

Bei Anleihen ergibt sich die Rendite aus dem Anleihezins und dem Kurswert. Bei fix verzinsten Anleihen steht der Ertrag schon beim Erwerb fest. Allerdings haben die Emittenten auch bei fix verzinsten Anleihen das Recht, diese zu kündigen. Anleihen werfen oft höhere Zinsen ab als Sparbücher, dafür gibt es aber auch keine Einlagensicherung und anders als bei Sparbüchern kann ein hoher Kaufpreis die Rendite von vornherein schmälern.

Andererseits ist die Chance auf eine sichere Rendite bei fix verzinsten Anleihen größer als bei Aktien, da die Verzinsung meistens den größten Teil der Rendite ausmacht. Generell hängt die Renditechance von Anleihen sehr stark von der Bonität der Emittenten ab: je höher die Bonität, desto geringer die Rendite und umgekehrt. Eher geringe Renditen sind daher von sicheren Staats- und Landesanleihen zu erwarten.

Österreichische Staatsanleihen auf zehn Jahre beispielsweise werfen nach Abzug der Transaktions- und Depotkosten sowie der KESt nicht einmal so viel ab wie z.B. manche Online-Festgeld-Sparkonten. Im Mittelfeld liegen die Renditechancen bei Bank- und supranationalen Anleihen. Mittlere bis hohe Renditen sind eher bei Unternehmensanleihen zu erwarten. Dabei ist zu beachten, dass bei Ramschanleihen mit niedrigen Kursen die Depotkosten vom Nominale errechnet werden und somit die Rendite erheblich schmälern können.

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