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Bahnfahren: Beschwerden

Endstation Schienen-Control

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KONSUMENT 1/2015 veröffentlicht: 23.12.2014

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Kein oder ein falsches Ticket

Beschwerden über Fahrgeldnachforderungen der ÖBB wegen eines fehlenden oder falschen Tickets oder daraus erwachsenen ­Inkassoforderungen waren im Jahr 2013 mit 15 Prozent die zweithäufigste Beschwerdegrund bei der Schienen-Control. Häufig ist ein Missverständnis am Fahrkartenautomaten Ursache für das Fehlen eines Tickets: Wenn jedoch bloß eine der Bezahlfunktionen (z.B. die Zahlung mit Kreditkarte) nicht funktioniert, die anderen Zahlungsmöglichkeiten (z.B. Barzahlung) aber sehr wohl gegeben sind, gilt der Automat nicht als defekt!

Kleingeld immer parat

Der Kunde muss auch das nötige Kleingeld ­parat haben, denn die Automaten nehmen nur Geldscheine an, auf die maximal 9,90 Euro Wechselgeld herauszugeben sind. Je nach ­Ticketpreis werden sie also etwa einen 20-Euro-Schein akzeptieren oder auch nicht. Wer da an einen Defekt des Automaten denkt und ohne Ticket in den Regionalzug einsteigt, gilt als Schwarzfahrer und zahlt Strafe.

In Summe haben die Beschwerden wegen Strafen aber abgenommen. Die Schienen-Control führt das auf eine kundenfreund­lichere Behandlung von Einsprüchen und auf eine kürzere Antwortzeit durch das Bahn­unternehmen zurück.

Teurer Online-Irrtum

Ein Fall aus der Praxis: Boris B. kaufte via ­Internet um 21 Uhr ein Einfach-raus-Ticket – irrtümlicherweise für den bereits weit­gehend verstrichenen aktuellen Tag statt wie geplant für den nächsten Tag. Er bemerkte den Irrtum sofort, fuhr noch am ­selben Abend zum Bahnhof und füllte dort einen Antrag auf Erstattung aus. Die ÖBB lehnten ab. Nach einigem Hin und Her einigte man sich auf eine Kulanzlösung.

Verweigerte Fahrpreiserstattung

13 Prozent der Beschwerden betrafen die verweigerte Fahrpreiserstattung für nicht genutzte Tickets, das sind um 5 Prozent mehr als im Jahr davor. Den Grund sieht die Schienen-Control vor allem darin, dass es bei Onlinetickets sowie Tickets der „SparSchiene Österreich“ keine Erstattung für nicht genutzte Tickets gibt, was vielen Fahrgästen nicht klar ist.

Kulanz oder Gericht

Der Standpunkt der Schienen-Control dazu ist eindeutig: Der generelle Ausschluss der Erstattung von Onlinetickets, wie in den ­Tarifbestimmungen geregelt, ist rechtswidrig. In Streitfällen besteht momentan allerdings, wenn keine Kulanzlösung erreicht werden kann, nur die Möglichkeit, Ansprüche auf dem Gerichtsweg einzuklagen.

Streit zwischen ÖBB und Schienen-Control

Zwischen Schienen-Control und ÖBB sind einige Streitfälle wegen unterschiedlicher Auffassung über Tarifregelungen anhängig. Welche, dazu schweigen beide Seiten mit Hinweis auf die offenen Verfahren. Die ­fehlende Erstattung von Onlinetickets und SparSchiene Österreich-Tickets dürfte eines davon betreffen.

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