KONSUMENT.AT - Bahnfahren mit dem Fahrrad - Privatbahnen mit eigenen Regeln

Bahnfahren mit dem Fahrrad

Schikanen für Radler

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KONSUMENT 4/2013 veröffentlicht: 21.03.2013

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Privatbahnen haben eigene Regeln

Da die Fahrradmitnahme in den Vereinbarungen der Verkehrsverbünde (im Gegensatz zur Personenmitnahme) nicht geregelt ist, bleibt die Tarifgestaltung den einzelnen Verkehrsunternehmen überlassen. Was zu einer bunten Angebotsvielfalt führt. Und auch dazu, dass die meisten Privatbahnen die ÖBB-Radtickets nicht anerkennen: So muss etwa beim Umsteigen mit dem Rad von der Westbahnstrecke auf die Mariazellerbahn bei Letzterer eine eigene Fahrrad-Tageskarte um 3 Euro gekauft werden. Gratis nehmen Fahrräder mit: die Zillertalbahn, die Innsbrucker Verkehrsbetriebe, die Graz-Köflacher-Bahn; in Niederösterreich die Wachaubahn, die Waldviertelbahn und der Reblaus Express.

Montafoner und Pinzgauer Bahn

Auf der Montafoner Bahn kostet die Fahrradmitnahme 1,60 Euro. Auf der Pinzgauer Bahn kostet die einfache Mitnahme 2,50 Euro, die Tageskarte 4 Euro. Die Salzburger Lokalbahn bietet eine ganze Palette: Fahrradkarte 1,30 Euro, Fahrrad-Tageskarte 2,60 Euro, Fahrrad-Wochenkarte 7 Euro und Fahrrad-Monats­karte 20 Euro. Stern & Hafferl betreibt einige Lokalbahnen in Oberösterreich: Hier kostet die Fahrradkarte 1,50 Euro pro Fahrrad und Fahrtstrecke (und es wird auch das ÖBB-­Regio-Biking-Ticket anerkannt).

Drei Zonen im stei­rischen Verkehrsverbund

Der Stei­rische Verkehrsverbund hat das Bundesland in drei Zonen aufgeteilt, für jede Zone kostet das Radler-Ticket für Erwachsene 14 Euro und für Kinder vom 6. bis zum 15. Geburtstag 7 Euro. Sogar die 124 Jahre alte Dampf-Zahnradbahn von Jenbach hoch zum Achensee nimmt um 6 Euro Fahrräder mit.

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Kommentare

  • Bahnfahren - Schikane für Radler
    von Endlicher am 30.04.2013 um 23:03
    Sehr geehrte Damen/Herren! Mit Ihrem Beitrag "Bahnfahren - Schikane für Radler" haben Sie eine völlig zutreffende Überschrift über ein brisantes Thema gewählt, nur: Es ist noch wesentlich ärger, als in ihrem Beitrag dargestellt. Viel treffender lässt sich aus meiner Sicht die mangelnde Koordination der Österreichischen Verkehrspolitik gar nicht darlegen. Hiezu folgende Beispiele: 1.) Wollen Sie Ihr Fahrrad von Wien nach Graz im Zug mitnehmen, so bietet Ihnen www.oebb.at gerade einmal zwei tägliche umsteigefreie Zugverbindung an und diese zum Tarif "Intercitybiking". Voraussetzung, um an diese Information überhaupt heranzukommen, sind fortschrittliche Kenntnisse über das Eigenleben der ÖBB-Homepage, d.h. erstens Verbindung wählen, Antwort abwarten, dann Verbindung ändern, Fahrradtransport anklicken und beim Ticketangebot nicht enttäuscht sein, wenn für das Fahrrad nichts herauskommt. Die restlichen Verbindungen auf dieser Relation benötigen bis zu 3 Umsteigevorgänge und bedienen sich S- bzw. Regionalzüge, also vermutlich "Regiobiking" mit ganz anderen Regeln. 2.) Trotz diverser medialer Ankündigungen scheint bis dato kein einziger Railjet-Zug mit Fahrradtransportmöglichkeit ausgestattet zu sein mit dem Effekt, dass zahlreiche Relationen nur sehr selten und ungleich über den Tag verteilt angeboten werden, z.B. jene über den Arlberg. 3.) Im Gegensatz zu www.bahn.de, wo (für Deutschland) die dort in Verbünden festgelegten Tarife für den Fahrradtransport rasch überschaubar sind, herrscht in Österreich hiezu völliges Chaos: www.vor.at nennt zum Teil Verhaltensregeln, die definitif falsch sind (z.B. Queraufstellung des Fahrrads in allen Zügen) und Fahrausweise für Einzelfahrten, die laut www.oebb.at nicht verfügbar sind usw. Im konkreten Fall einer Einzelfahrt innerhalb der Kernzone Wien hat der Besitzer einer VC Classic und einer Jahreskarte für die VOR-Kernzone somit folgende Alternativen: - Gratisfahrt mit der U-Bahn, jedoch nicht während der Verkehrsspitzenzeiten(,was sicher praxisgerecht ist, erfahrungsgemäß teilweise auch vollzogen wird und internationalen Vergleichen standhält). - Einzelfahrt mit allen Zügen der S-Bahn, REX usw. zu allen Zeiten um € 2.50. gemäß ÖBB-Hp., Halbpreiseinzelfahrkarte um €1.00 gemäß VOR-Hp. oder Gratismitnahme gemäß Wienerlinien-Hp.auch in der S-Bahn. D.h. in manchen Relationen kostet das Fahrrad somit deutlich mehr als die Einzelfahrt einer Person! Wie man an ein solches Ticket - falls erforderlich - kommt, ohne sein Fahrrad dem Diebstahlrisiko auszusetzen oder den Verkaufsautomaten "anzukratzen" blieb mir bisher verschlossen. Die Frage, wozu in den vergangenen Jahren hunderte Nahverkehrszüge mit Mehrzweckabteilen ausgestattet bzw. beschafft wurden, bleibt zumindest aus Sicht des Fahrradkunden angesichts dieser Tarifschikanen in die Kategorie der Schildbürgerstreiche einzuordnen. Vor wenigen Jahren, als noch klassische IC-Garnituren ohne Flugzeugallüren zwischen Wien und Graz verkehrten, hatte man immerhin noch die Alternative zwischen stündlichen Direktzügen mit Fahrradtransporteinrichtung, die aber vom Fahrplan her keine Fahrrädern beförderten und solchen, wo dies gerade umgekehrt war... Da unsere Verkehrspolitik aus meiner Sicht dringend Abwechslung zu Parkpickerl und Rettungsgasse benötigt, sei sie herzlich eingeladen, sich dringend diesem Thema anzunehmen.