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Crashtest Kompaktautos

Neue Sicherheit

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Konsument 2/1999 veröffentlicht: 01.02.1999

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Tödliche Gefahren nur bei älteren Modellen

Zusammen mit den Viersterne-Trägern aus dem ersten Test – Audi A3 und VW Golf – konnten sechs Modelle dieser Klasse das beste Rating erzielen. Die Kompaktklasse steht damit im Sicherheitsstandard größeren Automodellen um nichts nach. Ältere Baujahre und nicht-europäische Modelle können da allerdings nicht mithalten. Negatives Beispiel im vorliegenden Test: Wegen der hohen Gefahr tödlicher Verletzungen konnte der Nissan Almera nur 1 1/2 Sterne erzielen. Trotz Airbag knallte die Brust des Fahrerdummies gegen das Lenkrad. Bleibende Schäden drohen auch den Füßen infolge der starken Stauchung des Fußraumes. Die Pedale wurden um 27 Zentimeter nach hinten getrieben. Zum Vergleich: Ford Escort war ebenso schlecht, beim Mercedes A beträgt die Stauchung dagegen nur 10,6 Zentimeter. Gut eingespielt hat sich in der Zwischenzeit die Zusammenarbeit zwischen Euro-NCAP und der Automobilindustrie. Die Aufdeckung von Sicherheitsmängeln wird nicht mehr mit öffentlichem Protestgeschrei quittiert, sondern mit dem Bemühen, die Mängel so schnell wie möglich in den Griff zu bekommen. So werden binnen kürzester Zeit Fortschritte in Sachen Sicherheit erzielt, die unter normalen Bedingungen möglicherweise Jahre – bis zum nächsten Modellwechsel – gedauert hätten.

A-Klasse-Mercedes

Nur ein Beispiel: Der Seitencrash des A-Klasse-Mercedes zeitigte zwar kaum Verletzungsgefahren, doch sind infolge des Aufpralls sowohl die Fahrer- als auch die hintere Türe aufgesprungen. Wäre der Mercedes A erst nach dem Oktober 1998 auf den Markt gebracht worden, hätte er die neue EU-Richtlinie für Seitencrash nicht bestanden. Da das Modell jedoch schon länger auf dem Markt ist, könnte der Hersteller diese Tatsache ignorieren. Dennoch hat Mercedes diesen Vorfall zum Anlaß genommen, die Konstruktion der Türen umgehend zu modifizieren.

Renault

Renault hätte mit dem Ergebnis aus der ersten Testserie mehr als zufrieden sein können: vier Sterne für den Mégane. Doch das Modell wurde zwischenzeitlich aufgerüstet, nunmehr gehört auch ein vollflächiger Seitenairbag zur Standardausrüstung. Renault bestand darauf, den Mégane auf eigene Kosten einem neuerlichen Seitencrash zu unterziehen. Das Ergebnis läßt sich sehen: Die Verletzungsgefahren für den Fahrer liegen durchwegs im grünen Bereich.