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Crashtest Kompaktautos

Neue Sicherheit

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Konsument 2/1999 veröffentlicht: 01.02.1999

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 Fußgänger sind unnötig gefährdet

Noch schlimmer steht es mit der Fußgängersicherheit. Wenn Fußgänger von den Autos erfaßt werden, drohen fast immer schwere Verletzungen, die mit relativ einfachen Mitteln vermeidbar wären. So sind beispielsweise die Schrauben, mit denen die Batterie befestigt ist, oft unnötig lang; so lang, daß sie fast die Motorhaube berühren und im Fall eines Aufpralls das Blech durchbohren würden.

Es scheint eher dem Zufall geschuldet als bewußtem Sicherheitsdesign, wenn ein Fahrzeug einmal besser abschneidet als die Konkurrenz. So zum Beispiel der Mercedes A: Er schneidet bei allen denkbaren Aufprallvarianten für Kopf und Beine von Fußgängern schlecht oder sehr schlecht ab. Nur der Kopf eines Erwachsenen ist besser geschützt. Er würde nämlich aufgrund der kurzen, steilen Schnauze des Mercedes nicht auf der Motorhaube, sondern auf der Windschutzscheibe aufprallen. Diese würde bei Aufprall zersplittern, aber nicht auseinanderfallen, so daß ein auftreffender Kopf wie von einem Netz aufgefangen würde. Pech hat ein Fußgänger allerdings, wenn sein Kopf die Windschutzscheibe verfehlt und auf der A-Säule oder auf dem Scheibenwischer auftrifft. Der Aufprall in einem solchen Fall wäre noch härter als einer auf die Motorhaube. Da man sich bei der Bewertung der Gefährdung mit dem Hersteller nicht einigen konnte, wurde die Fußgängersicherheit des Mercedes A nicht bewertet, mehr als zwei blaue Sterne hätte er allerdings auch im günstigsten Fall nicht erreicht.

Crashsichere Fahrzeuge aggressiver zu Fußgänger

Den Stellenwert, den Fußgänger für Autohersteller darstellen, kann man daraus ersehen, daß ausgerechnet der betagte Ford Escort das relativ beste Ergebnis erzielen konnte. Das Nachfolgemodell Focus erweist sich als deutlich aggressiver gegenüber Passanten (den zweiten Stern hat er nur äußerst knapp errungen). Müssen crashsichere Fahrzeuge notwendigerweise aggressiv gegen Fußgänger sein? Die Testergebnisse erwecken diesen Anschein, und manche Hersteller behaupten es allen Ernstes, doch technisch gesehen besteht zwischen der Sicherheitsausstattung für Insassen und der für Fußgänger überhaupt kein Zusammenhang.